E-Bike Touren Gstaad

E‑MTB-Touren in Gstaad: Traumhafte Routen im Saanenland

von | 21.11.2021 | Schweiz

Update Juni 2026: Drei Tage mit dem E‑MTB in Gstaad

Fünf Jahre nach mei­nem letz­ten Aufenthalt ergibt sich im Juni erneut die Gelegenheit, drei Nächte in Gstaad zu ver­brin­gen. Diesmal bin ich allei­ne unter­wegs und ent­schei­de mich für den Gstaaderhof als Unterkunft. Das Hotel bie­tet alles, was ich für mei­nen Aufenthalt benö­ti­ge: ein gross­zü­gi­ges Zimmer, einen siche­ren Raum für das Bike und eine Tiefgarage für das Auto. Damit ich nicht jeden Abend ein Restaurant suchen muss, buche ich dies­mal Halbpension. Den Gstaaderhof erle­be ich als kom­for­ta­bles und boden­stän­di­ges Hotel. Besonders posi­tiv über­rascht bin ich von der Qualität des Essens. Auch der Service ist aus­ge­spro­chen auf­merk­sam und ange­nehm. Alles in allem ist das Hotel eine kla­re Empfehlung für alle, die eine zen­tral gele­ge­ne Unterkunft suchen, ohne dabei Wert auf Schickimicki und Selbstdarstellung zu legen. Hier über­nach­ten vor allem Gäste, die nach Gstaad kom­men, um die schö­ne Region zu erkun­den.

E‑MTB-Runde auf den Hornberg

Meine ers­te E‑MTB-Runde führt mich auf den Hornberg. Die Tour ist tech­nisch ein­fach zu fah­ren und weist kei­ne grös­se­ren Schwierigkeiten auf. Gleichzeitig eröff­nen sich unter­wegs immer wie­der traum­haf­te Aussichten auf die umlie­gen­de Bergwelt.Nach knapp 900 Höhenmetern errei­che ich den Hornberg und das dor­ti­ge Restaurant Hornfluh. Nach dem Aufstieg kommt die Möglichkeit für einen Lunch gera­de rich­tig. Die Abfahrt ver­läuft gröss­ten­teils auf asphal­tier­ten Strassen, sodass ich das Panorama unge­stört genies­sen kann. Insgesamt eine genuss­vol­le Tour, auch für weni­ger tech­nisch ver­sier­te Fahrer geeig­net.

Mittelbergrunde über Saanen und Schönried

Am nächs­ten Tag ent­schei­de ich mich für die Mittelbergrunde. Diese führt von Gstaad zunächst über Saanen und anschlies­send hin­auf zum Mittelberg. Von dort ver­läuft eine Schotterstrasse wei­ter in Richtung Schönried. Oben auf der Passhöhe wäre ein zusätz­li­cher Abstecher zur Grubenhütte mög­lich. Leider ist die­se geschlos­sen, wes­halb ich mich ent­schei­de, direkt nach Schönried wei­ter­zu­fah­ren. Als ich dort ankom­me, liegt auf der gegen­über­lie­gen­den Seite das Ermitage Hotel. Einem spon­ta­nen Impuls fol­gend besu­che ich das Restaurant für einen Lunch. Diesem Impuls wäre ich im Nachhinein bes­ser nicht gefolgt. Das Hotel ist stark inter­na­tio­nal aus­ge­rich­tet, die Verständigung erfolgt nur auf Englisch und die Lunchkarte war wenig inspi­rie­rend – für einen Bike-Zwischenhalt daher nicht emp­feh­lens­wert.

Noch ein­mal zum Lauenensee

Am drit­ten Tag steht bereits die Abreise an. Kurz ent­schlos­sen ent­schei­de ich mich jedoch, dem Lauenensee noch ein­mal einen Besuch abzu­stat­ten. Von Gstaad aus fah­re ich ent­lang des Louwibachs in Richtung Lauenen. Die Route ver­läuft teil­wei­se über schma­le Singletrails und führt anschlies­send wei­ter zum Lauenensee und zum gleich­na­mi­gen Restaurant. Oben ange­kom­men, blei­be ich etwa eine hal­be Stunde, genies­se die Umgebung und die Ruhe am See und mache mich danach wie­der auf den Rückweg.  Für die Rückfahrt wäh­le ich gröss­ten­teils die Strasse. So kann ich das Panorama bes­ser genies­sen und muss mich nicht stän­dig auf die schma­len Trails kon­zen­trie­ren. Gerade auf einer letz­ten Tour vor der Heimfahrt ist die­se ent­spann­te­re Variante für mich die ange­neh­me­re Wahl. Und wie es Span in ihrem Klassiker «Louenesee» sinn­ge­mäss besin­gen: Es het sich immer wie­der glohnt, hie z’verbi cho.

Fazit: Gstaad abseits von Luxus und Selbstdarstellung

Die Region Gstaad gefällt mir land­schaft­lich nach wie vor sehr gut. Obwohl sie als inter­na­tio­na­le Tourismusdestination im geho­be­nen Segment posi­tio­niert ist, kann man den tou­ris­ti­schen Selfie-Trubel im Dorfzentrum pro­blem­los umge­hen. Abseits davon gibt es boden­stän­di­ge Hotels, schö­ne Wander ‑und Bikerouten und vie­le Möglichkeiten, die Landschaft in Ruhe zu genies­sen. Wer sich auf die Natur, die Touren und die ruhi­ge­ren Seiten der Region kon­zen­triert, kann hier sehr schö­ne Tage ver­brin­gen.

Unser ers­ter Aufenthalt im Jahr 2021

Im schö­nen Saanenland füh­ren uns E‑Bike Touren in Gstaad zum Lauenensee und zum Arnensee. Auf dem Rückweg vom Arnensee ent­schei­den wir uns für einen Abstecher zum Walighürli. Die Alpstrasse dahin ist der krö­nen­de Abschluss unse­rer E‑Bike Touren der letz­ten drei Wochen.

Gstaad — ja, was gibt es darüber zu erzählen?

Mit sechs Fünfstern-Häusern posi­tio­niert sich Gstaad als inter­na­tio­na­le Destination. Ja, Gstaad sei ein Begriff wie St. Tropez! Und dass die Mischung aus alpi­ner Echtheit, Gelassenheit und dis­kre­tem Luxus Gstaad zu einer der bekann­tes­ten Destinationen der Schweiz macht. Das ist Standortmarketing aus der Küche der Touristiker.

Nun, die Realität sehen wir schon ein wenig anders. Denn es waren die Gäste aus Königshäusern, Film, Kunst, Sport und Wirtschaft, die Gstaad einst so bekannt gemacht haben. Sicher, es ist schön durch die auto­frei­en Shopping-Meile mit Boutiquen und Galerien zu fla­nie­ren. Auch sind die meis­ten Chalets alle in einem Top Zustand. Alles wun­der­bar zum Anschauen. Und doch kommt es uns vor, als ob Gstaad vom ver­gan­ge­nen Glanz zehrt, sich aber drin­gend neu erfin­den müss­te.

Unser Hotel – Le Grand Bellevue

Eingangs Gstaads befin­det sich das Grand Bellevue, ein Haus der Small Luxury Hotels Gruppe. Das Hotel ist ide­al gele­gen, um die Region mit den E‑Bikes zu erkun­den. Da die Unterkunft an der Eingangstrasse zum Dorf liegt, ist es natür­lich nicht mehr so ruhig wie in unse­rem letz­ten Hotel in Saas Fee. Man merkt, das Hotel ist inter­na­tio­nal aus­ge­rich­tet. Nur weni­ge ver­ste­hen Deutsch, geschwei­ge den Schweizerdeutsch. Also wech­seln wir, wenn not­wen­dig, auf Englisch. Das ist schon spe­zi­ell. Nach dem Einrichten ist noch ein Spaziergang durch die Shopping-Meile ange­sagt. Ein Luxuslabel nach dem ande­ren reiht sich ent­lang der Strasse. Das ist eher nichts für uns. So gehen wir vor dem Nachtessen noch ein paar Runden m hotel­ei­ge­nen Pool schwim­men.

Le Grand Bellevue Gstaad

E‑Bike Tour Gstaad-Lauenensee

Mit ein Grund, wie­so wir hier sind, ist der viel geprie­se­ne Lauenensee (Polo Hofer lässt grüs­sen 😊). Für die Rundtour sind 25 Kilometer mit 430 Höhenmeter ange­sagt. Also im Gegensatz zu den Touren in Saas Fee ist die­se E‑Bike Tour alles ande­re als anstren­gend. Bis nach Lauenen fah­ren wir alles auf Nebenstrassen und auch ein gutes Stück auf einem Trail (Spazierweg) ent­lang des Louwibaches. Die hüge­li­ge Landschaft prä­sen­tiert sich immer noch im sat­ten Grün. Ab Lauenen geht es auf der Strasse wei­ter, wo auch das Postauto ver­kehrt. Schon sehr lan­ge haben wir das «Düdado» nicht mehr gehört. Nur weni­ge Wanderminuten von der Endstation des Postautos befin­det sich das Restaurant Lauenensee, wo wir ein­keh­ren. Der Blick über den Lauenensee ist schön, aber nicht spek­ta­ku­lär. Dennoch lohnt es sich hier zu sein.

E-Bike Tour Gstaad Lauenensee
Lauenensee Gstaad
Die Wolken wer­den immer dich­ter und dunk­ler. Wir fra­gen noch nach, ob in der Region ein Restaurant Wild aus der Region ser­viert. Mit drei Adressen in der Tasche machen wir uns auf den Rückweg. In Lauenen berei­tet sich gera­de eine Bauernfamilie für den Alpabzug vor. Die Kühe ste­hen auf dem Parkplatz, schön geschmückt, bereit. Wir war­ten noch ein paar Minuten, und las­sen den Alpabzug an uns vor­bei­zie­hen und erfreu­en uns an den her­aus­ge­putz­ten Kühen und den Sennen und Sennerinnen.
Alpabzug Lauenen

E‑Bike Tour Gstaad-Arnensee

Unsere Abschlusstour führt uns von Gstaad zum Arnensee. In der Tiefgarage erhal­ten wir noch den Tip, einen Abstecher zum Walighürli zu machen. Die Gesamtstrecke beträgt 42 Kilometer mit Total 990 Höhenmetern. Wir kön­nen wie­der­um auf Nebenstrassen fah­ren, wo nur Zubringerdienst erlaubt ist. Wie ange­nehm. In Feutersoey, was für ein Wort, biegt die Strasse rechts in Richtung Arnensee ab. Als Biker kön­nen wir durch­fah­ren. Mit dem Auto kos­tet es was. Zum Glück kön­ne wir die enge Strasse bald ver­las­sen und es geht wei­ter auf Forststrassen. Immer berg­wärts. Für das letz­te Drittel müs­sen wir wie­der auf der Zufahrtsstrasse zum Arnensee fah­ren. Gefühlt wird es immer stei­ler. Ich bin froh als wir oben ankom­men. Mit der Zeit hat es schön ange­hängt.

E Bike Tour-Arnensee Gstaad Hinfahrt
E Bike Tour Arnensee Gstaad
Vor uns prä­sen­tiert sich der Arnensee. Wir fah­ren noch bis zum Ende des Sees, fin­den die­sen aber nicht noch sooo attrak­tiv. Der See liegt in einer Senke, ein­ge­schlos­sen von Bergen. Im Restaurant, wel­ches sich bei der Staumauer befin­det, keh­ren wir ein. Es ist gut besucht und die Küche scheint eher am Limit zu arbei­ten.

Abstecher zum Walighürli

Auf dem Rückweg ent­schei­den wir uns dann doch noch für den Abstecher zum Walighürli. Es ste­hen 400 Höhenmeter an. Zum Glück haben wir uns für die­sen Abstecher ent­schie­den. Die Aussicht auf das Saanenland und auf die umlie­gen­den Berge ist geni­al. Oben ange­kom­men, also am Ende der Alpstrasse, genies­sen wir noch ein paar Minuten die Ruhe und Aussicht. Wir sit­zen auf einem Bänklein bei einer Alphütte. Wenn die Älpler dann Zeit fin­den zu ruhen, dann mit Ausblicken die nei­disch machen. Die Luft ist merk­lich küh­ler gewor­den.

E-Bike Tour Arnensee Gstaad Walighuerli
Wir machen uns auf den Rückweg. Schön ist es gewe­sen und wir genies­sen die letz­te Fahrt unse­rer Herbstferien 2021.

Vier Bike Destinationen in drei Wochen

Unsere E‑Bike Touren führ­ten uns in die Innerschweiz nach Engelberg, in die Genfersee Region nach Vevey, ins Wallis nach Saas Fee und eben ins Berner-Oberland nach Gstaad. Jede Destination hat­te ihren Reiz. Am Besten hat es uns aber in den Bergen gefal­len. Die Berge und die Weitblicke in die Landschaft hat­ten für uns etwas beru­hi­gen­des in sich. Klar, die Aufstiege waren trotz E‑Unterstützung mal mehr oder weni­ger anstren­gend. Aber es hat­te sich immer gelohnt. Es wird sicher nicht das letz­te mal gewe­sen sein, dass wir mit den Bikes in der Schweiz Ferien machen wer­den. Wir wer­den aber Orte, wel­che sich dem inter­na­tio­na­lem Tourismus ver­schrie­ben haben, in Zukunft ver­stärkt mei­den.

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