Eastbourne ist für mich kein Reiseziel für eine ganze Woche, aber ein angenehmer Ausgangspunkt für zwei bis drei Nächte und Wanderungen entlang der Seven Sisters. Die Promenade und die Nähe zu Beachy Head entschädigen teilweise für eine Stadt, die auf mich an vielen Orten etwas müde und wenig gepflegt wirkte.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Eastbourne eignet sich vor allem als Basis für Wanderungen entlang der Seven Sisters und rund um Beachy Head.
- Die Strandpromenade bietet schöne Ausblicke auf den Ärmelkanal, das Pier und die weissen Klippen.
- Für Kulinarik und Stadtleben hat mich Eastbourne persönlich weniger überzeugt als erwartet.
- Die Seven Sisters lassen sich gut in einzelne Etappen aufteilen, besonders mit dem Mietwagen.
- Hastings wirkte auf mich etwas lebendiger, blieb aber ebenfalls hinter meinen Erwartungen an einen englischen Küstenort zurück
In Heathrow übernehme ich den Mietwagen und fahre in knapp zwei Stunden nach Eastbourne. Am Samstagabend wirkt die Stadt auffallend ruhig. Für das erste Abendessen gehe ich ins nahe gelegene Holiday Inn Fish: Der Fisch ist frisch, die Pommes ordentlich, und ein Guinness passt gut zum unkomplizierten Auftakt
Was gibt es über Eastbourne zu sagen?
Nun, was gibt es über Eastbourne zu berichten? Ein englisches Ehepaar, das ich in Hastings traf, beschrieb Eastbourne als „doctor’s waiting hall“, „worn down“ und von fehlenden Investitionen geprägt. Nach meinen eigenen Eindrücken trifft diese Beobachtung in Teilen zu: Viele Bereiche wirkten auf mich wenig belebt und über lange Zeit kaum erneuert.
Das Erfreulichste an Eastbourne war für mich die Promenade entlang des Meeres. Sie bietet schöne Ausblicke auf das Pier und die weissen Klippen und zeigt zugleich, welches Potenzial die Stadt hätte, wenn sie diesen Bereich konsequenter pflegen und nutzen würde.
Auch das Pier hat mich weniger überzeugt, als ich erwartet hatte. Die Mischung aus Spielsalons, Imbissen und Unterhaltung wirkt auf mich eher beliebig als einladend.
Was für einen Grund gibt es Eastbourne zu wählen?
Nun, was für einen Grund hätte man den nach Eastbourne zu gehen? Die Seepromenade ist wirklich sehr schön und bietet tolle Ausblicke auf die White Cliffs und auf das Pier. Gemütlich flanieren, ein Bier oder Kaffee trinken, das ist wirklich sehr schön. Auch ist Eastbourne eine gute Ausgangslage für ausgedehnte Wanderungen entlang der Seven Sister Klippen oder für den Besuch von weiteren Seebad Städten wie Hastings oder Brighton.
The Grand Hotel Eastbourne — lohnt es sich?
Das Grand Hotel Eastbourne erinnert noch immer an eine Zeit, in der die englische Oberschicht hier ihre Ferien verbrachte. Der historische Anspruch ist spürbar, doch das Haus wirkte auf mich in mehreren Bereichen deutlich renovierungsbedürftig.
Mit rund 150 Zimmern ist das Hotel zudem wesentlich grösser, als das Label Small Luxury Hotels vermuten lässt. Die fünf Sterne erscheinen vor allem mit Blick auf die Geschichte des Hauses nachvollziehbar; beim heutigen Zustand hätte ich mir jedoch an einigen Stellen mehr Pflege und Investitionen gewünscht. Auch hier passt für mich der Eindruck von „worn down“ leider recht gut.
Das Grand Hotel scheint besonders bei älteren Gästen beliebt zu sein, was wohl auch den Vergleich mit einer „doctor’s waiting hall“ erklärt. Ich habe mich dort nicht wirklich wohlgefühlt, obwohl die Lage direkt an der Promenade natürlich ein Vorteil ist. Für ein oder zwei Nächte kann das Hotel dennoch eine passende Wahl sein, besonders wenn Lage und historisches Ambiente wichtiger sind als zeitgemässer Komfort.
Wo kann man in Eastbourne essen?
Kulinarisch hat Eastbourne meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich hatte an der Küste auf eine breitere Auswahl an frischem Fisch und Meeresfrüchten gehofft; gefunden habe ich vor allem klassisches Pub Food und Fish & Chips. Von den besuchten Restaurants, kann ich die folgenden fünf empfehlen.
Nahe der Strandpromenade
- Holiday Inn Fish
- Saibaidee Thai, neben dem Holiday Inn Fish
- Bistrot Pierre an der Strandpromenade, mit tollem Blick auf das Meer und auf die entfernten Klippen
Ausserhalb des Zentrums
- Beach Head Pup, tolle Lage mit Blick auf die Landschaft.
- Thai Marina, liegt an der Marina (Waterfront)
Wie lassen sich die Seven Sisters von Eastbourne aus erwandern?
Ausgehend von Eastbourne, erstrecken sich die weissen Klippen auf einer Gesamtlänge von 10 Kilometern. In drei Etappen, jeweils hin- und zurück, habe ich die Seven Sister Klippen erwandert. Klar, man kann die Gesamtlänge auch in einem Stück wandern und anschliessend mit dem Bus zurück fahren. Aber auf das hatte ich keine Lust. Zudem finde ich es schön, beim Rückweg die jeweils andere Blickrichtung einzunehmen.
Entlang der mehr oder weniger parallel verlaufenden Strasse finden sich immer wieder Parkmöglichkeiten. So ist es einfach, die Strecken zu etappieren. Allerdings haben die Parkmöglichkeiten auch einen gravierenden Nachteil. Ausflugsbusse! Diese nutzen die Haltemöglichkeit und so wälzen sich Reisegruppen zu den Viewpoints, inklusive den obligaten Selfies. Es war schon überraschend, wie viele Reisebusse bereits im Mai unterwegs waren. Also ich kann mir gut vorstellen, dass man sich in den Monaten Juli und August auf den Klippen alles andere als Einsam fühlt.
1. Etappe Grand Hotel — Beach Head
Die 1. Etappe führte mich vom Grand Hotel zum Beach Head. Dieser Punkte erlangte im 2. Weltkrieg Bekanntheit. Über den Beach Head haben die alliierten Flieger jeweils England verlassen. Etwas weiter Richtung Brighton befindet sich auch ein Leuchtturm, welcher sich mit den weissen Klippen kontrastiert.
2. Etappe Beach Head — William Charles Monument
Die 2. Etappe führte mich vom Beach Head Parkplatz zum William Charles Campbell Monument. Kurz vor Birling Gap, wo sich auch ein kleines Kaffee befindet, hat man wiederum eine wunderschöne Sicht auf die weissen Klippen, welche Teil der Seven Sisters sind.
3. Etappe Seven Sister Carpark
Die dritte und letzte Etappe führte vom Seven Sister Carpark entlang des Flusses Cuckmere zum Strand. Vom Strand geht es weiter die Klippen hinauf. Hat man die Höhe erreicht, ist wieder eine herrliche Wanderung bis zum William Charles Campbell Monument angesagt. Auf dem Rückweg, nur wenige Minuten vom Seven Sister Carpark, befindet sich das Cuckmere Inn. Eine gute Gelegenheit einzukehren und ein Bier zu geniessen, oder etwas kleines zu Essen.
Ist Hastings attraktiver als Eastbourne?
Hastings wirkte auf mich etwas lebendiger und weniger abgenutzt als Eastbourne, blieb aber ebenfalls hinter meinen Erwartungen zurück.
Ein Ausflug brachte mich nach Hastings. Einerseits wollte ich das Pier besuchen und andererseits auch der Altstadt einen Besuch abstatten. Jetzt im Mai hat es noch viel Platz auf den Parkplätzen, das freut mich. Auch ist es jetzt bei vielen Parkuhren möglich mit der Kreditkarte zu zahlen. Somit entfällt die lästige Vorratshaltung an Münzen. Das letzte Mal hat uns dies in Cornwall immer wieder geärgert.
Eigentlich würde ich gerne mit der Standseilbahn mit der Standseilbahn auf die Klippen fahren. Leider ist die Bahn ausser Betrieb. Eine Treppe führt aber auch in die Höhe. Oben angekommen, öffnet sich eine wunderbare Sicht auf Hastings und die Altstadt. Das Treppensteigen hat sich gelohnt. Nach einer kleineren Rundwanderung auf der Höhe geht es wieder runter in Richtung Altstadt. Irgendwie habe ich mir die Altstadt von Hastings sehenswerter und attraktiver vorgestellt. Leider hat das älteste Pup Stag Inn auch grad geschlossen. Nun ja, kann man nichts machen.
Weiter geht es zum Fischerhafen. Verschiedene Fischer bieten hier ihre Ware frisch im Direktkauf an. Sicher eine gute Idee, so Fisch zu kaufen, wenn man in der Nähe wohnt und selber kocht. Ansonsten auch viel Müll und Schrott, nebst ein paar vergammelt aussehenden Fischerbooten.
Nächste Station ist der Pier. Eigentlich dachte ich, dass sich dort ein nettes Restaurant finden wird, für einen kleinen Lunch. Aber Fehlanzeige. Ein Biergarten und ein paar Stände die Essen über die Theke verkaufen sowie ein kleiner Vergnügungspark für Kinder, das ist das Pier. Sehr schade. In der Nähe des Parkplatzes finde ich eine Fisch & Chips Theke. Wenigstens schmeckt der frische Fisch sehr gut und die Pommes sind auch in Ordnung.
Also, alles besser in Hastings als in Eastbourne? Nun ja, Hastings kam mir nicht so abgewirtschaftet wie Eastbourne vor. Aber, ich finde die kleinen Dörfer wie z.B. St. Mawes oder Padstow in Cornwall deutlich attraktiver, auch wenn diese Orte von der Grösser her natürlich nicht vergleichbar sind.
Mein Fazit zu Eastbourne und den Seven Sisters
Für zwei oder drei Nächte würde ich Eastbourne wieder als praktische Basis für die Seven Sisters wählen, nicht jedoch für einen längeren Bade- oder Genussurlaub. Die Promenade und die Wanderungen rund um Beachy Head bleiben mir positiv in Erinnerung; die Stadt selbst hat mich dagegen nur begrenzt angesprochen. Beim nächsten Mal würde es mich eher wieder nach Wales oder in die schottischen Highlands ziehen. Das nächste mal wird es mich aber eher wieder nach Wales oder nach Schottland in die Highlands ziehen.
Reiseblog VACANZAS — Inspirierende Reiseziele











