Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die E‑MTB-Touren zur Halleranger Alm und zur Archenkanzel, die überraschend angenehme Atmosphäre in Berchtesgaden und der ruhige Abschluss am Tegernsee. Salzburg war für mich dagegen eher eine kurze Kulturstation als ein Ort für einen längeren Aufenthalt.
Das Wichtigste zu dieser Reise:
- Route: Alpenwelt Karwendel mit Wallgau und Mittenwald → Berchtesgaden und Königssee → Salzburg → Tegernsee
- Reisezeit: Ende August
- Reiseform: Roadtrip mit Auto und E‑MTB
- Schwerpunkte: E‑MTB-Touren, alpine Landschaften, regionale Gastronomie und Salzburg als Kulturstopp
Persönliche Einschätzung: Besonders viel Zeit würde ich wieder für Karwendel und Berchtesgaden einplanen; für Salzburg waren mir zwei Übernachtungen ausreichend.
Spätsommer in der Alpenwelt Karwendel
Im Juni hatte das Wetter noch nicht mitgespielt. Ende August passte dann plötzlich alles: der Termin, die Prognosen und die Lust, ein paar Tage zwischen Bergen, Bike und Golfplatz zu verbringen. Also packte ich Auto, Bike und Golfschläger und machte mich auf den Weg in die Alpenwelt Karwendel.
Gebucht hatte ich im Parkhotel Wallgau. Ursprünglich wollte ich in Mittenwald übernachten, musste bei der Suche jedoch feststellen, dass ausgerechnet jene Hotels bereits ausgebucht waren, die meinem Geschmack entsprachen. Das überraschte mich etwas – Ende August scheint die Region gefragter zu sein, als ich erwartet hatte.
Letztlich erwies sich Wallgau ohnehin nicht als Kompromiss. Ob Mittenwald, Krün oder Wallgau macht in dieser Gegend kaum einen entscheidenden Unterschied. Die Orte liegen nur wenige Fahrminuten voneinander entfernt.
Parkhotel Wallgau – mein Eindruck nach einigen Tagen
Der Check-in ist rasch erledigt, und wenig später stehe ich in meinem Chalet-Zimmer. Wobei «Zimmer» fast etwas untertrieben ist. Mit über 60 Quadratmetern Wohn- und Schlafbereich, separatem Schlafzimmer, begehbarem Kleiderschrank und grosszügigem Bad ist hier genügend Platz vorhanden, um sich für ein paar Tage bequem einzurichten.
Dazu kommen die Südlage, viel Stille und der Blick auf das Karwendelgebirge. Das Interieur ist unverkennbar bayerisch: viel Holz, rustikale Elemente und eine Gestaltung, die man mögen muss. Für mich passt genau das hierher. Gleichzeitig merkt man den Zimmern an der einen oder anderen Stelle an, dass die Zeit nicht ganz spurlos an ihnen vorbeigegangen ist. Noch stört das nicht wirklich, doch ein gewisser Patina-Effekt ist vorhanden.
Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir der Service. Die Mitarbeitenden waren durchwegs herzlich, aufmerksam und angenehm unkompliziert. Zwar gab es vereinzelt kleine sprachliche Hürden, doch die spielten letztlich kaum eine Rolle – Freundlichkeit braucht bekanntlich nicht immer perfekte Grammatik.
Auch die zusätzlich gebuchte Halbpension erwies sich als gute Entscheidung. Die Küche war abwechslungsreich, sorgfältig zubereitet und genau richtig nach einem aktiven Tag draussen. Insgesamt ist das Parkhotel Wallgau für mich eine sehr stimmige Ausgangsbasis für Touren in der Region – nicht wegen grosser Inszenierung, sondern weil vieles angenehm selbstverständlich funktioniert.
Golf- & Landclub Karwendel
Nur wenige Fahrminuten vom Parkhotel entfernt liegt der Golf- & Landclub Karwendel, eingebettet in eine Landschaft, die fast schon ein wenig vom eigentlichen Üben ablenkt. Für eine komplette Runde ist es bei mir noch zu früh – ich habe erst vor wenigen Wochen mit dem Golfspielen begonnen –, deshalb beschränke ich mich auf die Driving Range und die Übungsanlagen.
Gerade dafür ist der Platz ideal. Ohne grossen Ehrgeiz, dafür mit viel Freude am Lernen, verbringe ich einige Zeit mit Abschlägen und kurzen Schlägen. Dass sich dabei im Hintergrund die Berge erheben, macht die Sache natürlich nicht schwieriger. Zumindest nicht für die Motivation.
Mittenwald – Lüftlmalerei vor alpiner Kulisse
Mittenwald ist für mich eines jener Städtchen, bei denen man schon nach wenigen Schritten versteht, weshalb so viele Besucher hierherkommen. Der historische Ortskern wirkt gepflegt und lebendig, ohne sich allzu sehr in Szene zu setzen.
Besonders auffällig sind die reich bemalten Häuser mit ihrer traditionellen Lüftlmalerei. Viele Fassaden erzählen kleine Geschichten und geben den Gassen einen eigenen Charakter. Dahinter ragen die mächtigen Felswände auf – eine Kulisse, die so präsent ist, dass man sie selbst zwischen den Häuserzeilen immer wieder wahrnimmt.
Gut gefallen haben mir auch die vielen gepflegten Grünflächen, die sich durch den Ort ziehen. Dazu kommt der kleine Bach, der durch die Fussgängerzone plätschert und Mittenwald etwas angenehm Unaufgeregtes verleiht.
E‑MTB-Touren im Karwendel
E‑MTB von Mittenwald zur Isarquelle und weiter zur Halleranger Alm
Diese Tour war für mich die schönste, gleichzeitig aber auch die anspruchsvollste meiner E‑MTB-Touren. Das Quellgebiet der Isar wollte ich schon lange einmal mit dem Bike erreichen. Bilder dieser Landschaft hatten sich bei mir festgesetzt – und irgendwann war klar, dass ich diese Strecke selbst fahren wollte.
Das erste Teilstück führt von Mittenwald durch das Naturschutzgebiet Riedboden Richtung Scharnitz. Der Grenzübertritt nach Österreich geschieht dabei fast beiläufig. Ab Scharnitz wird es zunehmend alpin. Die Strecke folgt auf einer Forststrasse der jungen Isar, vorbei an schattigen Wäldern und immer tiefer hinein zwischen mächtige Felswände. Die weite, ursprüngliche Wildflusslandschaft erinnert mich immer wieder an Kanada: Kiesbänke, klares Wasser, Wald und Berge.
Was zunächst nach einer spontanen Planänderung klingt, entwickelt sich rasch zur sportlichen Herausforderung. Der Anstieg ist steil. Sehr steil. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem ich meine Beine nicht mehr mit falschem Ehrgeiz beeindrucken muss und dankbar den Turbo-Modus bemühe. Genau dafür habe ich schliesslich ein E‑MTB.
Oben auf der Halleranger Alm ist die Anstrengung schnell vergessen. Das Panorama ist eindrücklich, die Bergwelt wirkt plötzlich weit und offen, und bei einer feinen Brotzeit bleibt genügend Zeit, einfach sitzen zu bleiben und zu schauen. Manchmal entstehen die besten Momente einer Tour eben genau dann, wenn der ursprüngliche Plan nicht funktioniert..
E‑MTB von Wallgau zur Fischbachalm
Deutlich gemächlicher beginnt die Tour von Wallgau zur Fischbachalm. Zunächst führt die Route durch den breiten Talboden rund um Wallgau, bevor ein schattiger Forstweg langsam an Höhe gewinnt und immer tiefer in die alpine Bergwelt hineinführt.
Der Weg ist angenehm zu fahren und lässt genügend Gelegenheit, die Umgebung wahrzunehmen. Oben liegt die bewirtete Fischbachalm – schlicht, ländlich und genau dort, wo man nach dem Aufstieg gerne eine Weile bleibt..
E‑MTB von Wallgau über den Fischbach Trail zur Wallgauer Alm
Für die Tour zur Wallgauer Alm entscheide ich mich gegen die direkte Variante und nehme zunächst den Fischbach Trail unter die Räder. Eine Entscheidung, die sich lohnt.
Der schmale Pfad folgt dem glasklaren Fischbach. Bis auf ein etwas steileres Teilstück ist er angenehm zu fahren, technisch nicht übermässig anspruchsvoll und landschaftlich besonders reizvoll. Immer wieder öffnet sich der Blick auf das Wasser, das neben dem Weg durch Wald und Felsen fliesst.
Oben angekommen, wartet das, was auf einer solchen Tour fast ebenso wichtig ist wie die Aussicht: eine Brotzeit. Und nach einigen Höhenmetern schmeckt die bekanntlich nochmals ein wenig besser.
Berchtesgaden – zwischen Königssee und Kehlsteinhaus
Schon bei der Hotelsuche rund um Mittenwald hatte ich gemerkt, wie gefragt die Region Ende August ist. In Berchtesgaden wiederholte sich das Spiel: Praktisch alles, was für mich infrage kam, war ausgebucht. Verfügbarkeiten gab es noch im Kempinski ausserhalb des Ortes und im Hotel Edelweiss mitten in Berchtesgaden.
Meine Entscheidung fiel schnell. Auf internationale Fünf-Sterne-Atmosphäre hatte ich für diese Reise wenig Lust, und zudem wollte ich lieber direkt im Ort wohnen. Also rief ich im Hotel Edelweiss an und reservierte dort mein Zimmer – ganz klassisch telefonisch und angenehm unkompliziert.
Die Fahrt nach Berchtesgaden führte mich über Landstrassen durch Österreich und vorbei am Achensee. Eine Strecke, die landschaftlich genügend bietet, um nicht einfach nur Kilometer abzuspulen. Am See legte ich eine Pause ein und gönnte mir einen Lunch auf der Gartenterrasse des Seehotel Einwaller. Ein sehr passender Zwischenhalt: direkt am Wasser, mit schöner Aussicht und genau der richtigen Länge für eine Unterbrechung auf dem Weg.
Berchtesgaden selbst empfängt mich mit einem Ortskern, der angenehm traditionell wirkt. Rund um den Marktplatz stehen historische Häuser, dazwischen kleine Geschäfte, Cafés und Gasthäuser. Es ist lebendig, aber nicht hektisch, gepflegt, aber nicht herausgeputzt. Eine Atmosphäre, in der ich mich schnell wohlfühle.
Hotel Edelweiss Berchtesgaden – mittendrin und doch angenehm ruhig
Bei der Buchung hatte ich übrigens noch ein wenig Glück: Ich bekam das letzte verfügbare Zimmer, ein Panorama-Doppelzimmer Superior Jenner. Zunächst war ich etwas enttäuscht, dass es nicht eines der Zimmer mit direktem Bergpanorama geworden war. Stattdessen versprach die Beschreibung eine «malerische Aussicht über die Dächer» – eine Formulierung, bei der man im Hotelmarketing bekanntlich etwas vorsichtig sein darf.
In diesem Fall war die Beschreibung allerdings nicht ganz aus der Luft gegriffen. Die Aussicht über Berchtesgaden ist tatsächlich offen und weit, und die Zimmer auf dieser Seite liegen angenehm ruhig. Nach einer ruhigen Nacht war das vermeintliche Minus deshalb keines mehr.
Wie bereits im Parkhotel Wallgau überrascht mich auch hier die ausgeprägte Servicekultur. An der Réception ebenso wie beim Frühstück begegnen mir Mitarbeitende, die aufmerksam, freundlich und gleichzeitig angenehm ungezwungen auftreten. Zwei Hotels, zwei unterschiedliche Häuser – und doch bleibt mir bei beiden vor allem die herzliche Art des Personals in Erinnerung.
Zu den besonderen Seiten des Edelweiss gehört die Dachterrasse mit Rooftop-Bar und Restaurant. Dazu kommen der Innenpool und ein grosszügiger Infinity-Whirlpool im Aussenbereich mit Blick auf die umliegende Bergwelt.
Bei Letzterem hatte ich zunächst leichte Bedenken. Nach entsprechenden Erfahrungen während eines Aufenthalts an der Côte d’Azur sah ich innerlich bereits eine kleine Versammlung selbst ernannter Influencer vor mir, die mehr mit dem perfekten Foto als mit dem Wasser beschäftigt sind. Zu meiner Erleichterung blieb dieses Szenario in Berchtesgaden aus. Der Pool lässt sich tatsächlich einfach als das nutzen, wofür er gedacht ist.
Praktisch sind zudem das Parkhaus mit direktem Zugang zum Hotel sowie ein eigener Bikeraum. Unter dem Strich hat mich das Edelweiss überzeugt: zentral gelegen, komfortabel und mit einem Service, der dem Haus eine angenehm persönliche Note gibt.
Gasthof Neuhaus – ein bayerischer Abend
Am Abend zieht es mich in den Biergarten des Gasthofs Neuhaus. Hier geht es währschaft zu: klassische bayerische Küche, ein ordentliches Bier und dazu traditionelle Klänge, die erstaunlich gut zur Szenerie passen. Ein Gasthaus, das genau das macht, was man sich an diesem Ort davon verspricht.
Ein Paar aus Berlin setzt sich zu mir an den Tisch. Aus einer zunächst beiläufigen Begegnung entwickelt sich rasch ein kurzweiliger Abend – eine jener kleinen Reisebekanntschaften, die sich nicht planen lassen und gerade deshalb oft länger in Erinnerung bleiben.
Obersalzberg und Kehlsteinhaus – Lohnt es sich trotz den vielen Besuchern?
Eigentlich hatte ich den Besuch des Kehlsteinhauses bereits gestrichen. Zu bekannt, zu touristisch, vermutlich zu viele Menschen – so zumindest meine Vorstellung. Doch das Paar aus Berlin, das ich am Vorabend im Gasthof Neuhaus kennengelernt hatte, empfahl mir den Ausflug ausdrücklich. Also änderte ich meinen Plan. Und schon vorweg: Es wäre tatsächlich schade gewesen, darauf zu verzichten.
Am Obersalzberg gibt es zwei grosse Parkplätze, und bei meiner Ankunft sind noch genügend Plätze frei. Auch am Ticketschalter herrscht erstaunlich wenig Betrieb – vermutlich haben die meisten Besucher ihre Tickets längst online organisiert. Von dem erwarteten Gedränge ist jedenfalls nichts zu spüren.
Die rund 15-minütige Fahrt mit dem Elektro-Bus hinauf ist angenehm und führt über eine eindrückliche Bergstrasse. Danach geht es durch den Tunnel und mit dem Lift nochmals rund 140 Höhenmeter nach oben. Alles funktioniert reibungslos: kein langes Warten, kein Anstehen, keine Menschenmassen, durch die man sich erst hindurcharbeiten müsste. Meine anfänglichen Bedenken erweisen sich zumindest an diesem Tag als unbegründet.
Oben angekommen verstehe ich endgültig, weshalb mir der Besuch empfohlen wurde. Die Rundumsicht über die Berchtesgadener Alpen ist eindrücklich. Der Watzmann, der Königssee und die umliegenden Gipfel breiten sich vor mir aus, und für eine Weile tritt selbst die Bekanntheit des Ortes in den Hintergrund.
Natürlich lässt sich das Kehlsteinhaus nicht losgelöst von seiner Geschichte betrachten. Gerade deshalb gehört für mich auch ein Besuch der Dokumentation Obersalzberg dazu. Sie setzt sich ausführlich mit der Geschichte des Ortes während des Nationalsozialismus auseinander und gibt dem Aufenthalt eine notwendige historische Einordnung. Die Aussicht allein wäre eindrücklich – der Ort verlangt aber auch danach, sich mit dem auseinanderzusetzen, was hier geschehen ist.
Am Ende bin ich froh, meine ursprüngliche Meinung geändert zu haben. Nicht jeder bekannte Ort muss zwangsläufig unter seiner Popularität leiden. Manchmal lohnt es sich eben doch, einen touristischen «Hotspot» nicht vorschnell von der eigenen Liste zu streichen.
Golfclub Berchtesgaden – Üben mit Bergkulisse
Fast passend zu meinem bisherigen Reiseprogramm liegt der Golfclub Berchtesgaden auf dem Weg zum Obersalzberg und damit nur wenige Fahrminuten vom Zentrum entfernt.
Nach meinen ersten Übungseinheiten bei Wallgau bietet sich auch hier die Gelegenheit, ein wenig an meinem noch jungen Golfspiel zu arbeiten. Und wie schon einige Tage zuvor ist die Umgebung dabei mindestens so präsent wie Ball und Schläger.
Mit dem E‑MTB zur Kührointalm und Archenkanzel
Eigentlich hatte ich eine Tour zur Gotzenalm geplant. Doch ein genauerer Blick auf das Höhenprofil mit langen Anstiegen und Passagen von bis zu 25 Prozent Steigung lässt mich nochmals über meine Ambitionen nachdenken. Nach der Halleranger Alm weiss ich inzwischen, dass ein E‑MTB zwar vieles erleichtert, aber nicht sämtliche Gesetze der Schwerkraft ausser Kraft setzt. Also suche ich nach einer Alternative.
Die Wahl fällt auf die Kührointalm. Auch diese Tour verlangt einige Höhenmeter, bleibt für mich aber in einem vernünftigen Verhältnis zwischen sportlicher Herausforderung und Genuss. Nach dem Aufstieg gönne ich mir bei der Hütte einen kleinen Imbiss, bevor ich noch einen Abstecher zur Archenkanzel anhänge.
Das Bike bleibt stehen, die letzten Minuten geht es zu Fuss weiter. Nach etwa zehn Minuten erreiche ich den Aussichtspunkt – und spätestens hier weiss ich, dass sich der zusätzliche Weg gelohnt hat. Tief unter mir liegt der Königssee, eingerahmt von steilen Berghängen und aus dieser Perspektive beinahe unwirklich schmal.
Schönau am Königssee
Später fahre ich noch hinunter nach Schönau am Königssee. Schon der riesige Parkplatz lässt erahnen, was hier an besonders gut besuchten Tagen los sein dürfte. Bei meinem Besuch ist die Situation jedoch erfreulich entspannt: Ich finde problemlos einen Platz und schlendere gemütlich Richtung See.
Je näher man dem Wasser kommt, desto deutlicher wird, dass hier vieles auf Besucher ausgerichtet ist. Geschäfte, Gastronomie und natürlich die Bootsanlegestelle prägen das Bild.
Im Mittelpunkt steht die Fahrt mit den Elektrobooten über den Königssee. Dass diese elektrisch unterwegs sind, passt für mich ausgezeichnet zu dieser Landschaft. Dieselbetrieb mag bei den Vaporetti in Venedig irgendwie dazugehören – hier zwischen Wasser und steilen Bergflanken würde das sonore Motorengeräusch doch ziemlich aus der Zeit gefallen wirken.
Salzburg – zwischen Altstadt, Mozart und Musik
Vom Königssee ist es nicht mehr weit bis Salzburg. Nach mehreren Tagen, in denen Berge, Bike und Golf mein Reiseprogramm bestimmt haben, verändert sich damit auch der Rhythmus. Für zwei Nächte tausche ich die alpine Landschaft gegen Gassen, Kirchen, Konzerte – und natürlich Mozart.
Zwischen Mozart und Fürsterzbischöfen
Was wäre Salzburg heute ohne Mozart? Zumindest touristisch wäre die Stadt wohl um eine ihrer grössten Attraktionen ärmer. Sein Name begegnet einem beinahe überall, mal dezent, mal weniger dezent. Dabei wurde Salzburg über Jahrhunderte nicht von einem klassischen Adelshof geprägt, sondern von den Fürsterzbischöfen, die zugleich geistliche und weltliche Herrscher waren. Dieser Einfluss ist der Stadt bis heute anzusehen.
Die gepflegte Altstadt lässt sich wunderbar zu Fuss erkunden. Es gibt zahlreiche Geschäfte, einige Luxusläden und natürlich jene bekannten Gassen und Plätze, die Salzburg sein unverwechselbares Stadtbild geben.
Am besten gefällt mir allerdings die Linzer Gasse auf der anderen Seite der Salzach. Mit ihren Restaurants und Lokalen wirkt sie auf mich lebendiger und etwas ungezwungener als die eigentliche Altstadt. Besonders am Abend habe ich das Gefühl, dass sich das Leben hier weniger an Sehenswürdigkeiten orientiert und dafür etwas selbstverständlicher stattfindet.
Salzburg hören – Musik als Teil der Reise
Schon am Ankunftstag besuche ich Mozarts Violinsonaten in der Erzabtei St. Peter. Für mich ein sehr passender Einstieg in Salzburg: klein besetzt, konzentriert und ohne grosse Inszenierung.
Am folgenden Tag geht es musikalisch weiter. Zunächst besuche ich das Orgelkonzert im Salzburger Dom, dessen Innenraum schon für sich einen Besuch wert ist. Am Abend folgt ein Kammerkonzert auf der Festung, kombiniert mit einem Abendessen im Restaurant.
Besonders schön ist dort die Aussenterrasse mit dem weiten Blick auf die gegenüberliegende Berg- und Landschaftsseite. Nach dem Trubel in den Gassen ist das ein angenehmer Perspektivenwechsel.
Empfehlen kann ich alle drei Veranstaltungen. Am meisten beeindruckt haben mich jedoch die Violinsonaten in St. Peter. Es erstaunt mich immer wieder, welche Klangfülle allein eine Violine und ein Klavier hervorbringen können. Vielleicht lag es auch am intimeren Rahmen – jedenfalls war dies jener musikalische Moment, der mir von Salzburg am stärksten in Erinnerung geblieben ist.
Hotel & Villa Auersperg – etwas abseits des Altstadttrubels
Für meine beiden Nächte habe ich mich für das Hotel & Villa Auersperg entschieden. Es liegt nur wenige Gehminuten von der Linzer Gasse entfernt und damit zentral genug, um Salzburg weitgehend zu Fuss zu erkunden, ohne unmittelbar im touristischsten Teil der Altstadt zu wohnen.
Sehr geschätzt habe ich den eigenen Parkplatz – ein Detail, das auf dieser Reise deutlich mehr zählt als wenn man ohne Biketräger unterwegs ist. Diesen Komfort lässt sich das Haus allerdings auch entsprechend bezahlen.
Wer ein unkompliziertes, angenehm ruhig gelegenes Hotel in Zentrumsnähe sucht, findet hier eine gute Adresse. Für mich passte es jedenfalls gut zu diesem kurzen Stadtaufenthalt.
Wie viele Tage würde ich für Salzburg einplanen
Für mich eher nicht. Das ist keineswegs als Kritik an der Stadt zu verstehen. Salzburg ist schön, kulturell interessant, und gerade die musikalischen Veranstaltungen haben mir sehr gefallen. Trotzdem hatte ich nach einem vollen Tag das Gefühl, das für mich Wesentliche gesehen und erlebt zu haben.
Mit zwei Übernachtungen blieb genügend Zeit für die Altstadt, einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die Konzerte und auch für einen Eindruck vom abendlichen Salzburg. Mehr habe ich persönlich nicht gebraucht.
Vielleicht liegt es auch am Charakter dieser Reise. Nach den Tagen auf dem Bike und in den Bergen merke ich, dass es mich wieder hinauszieht. Und so passt es ganz gut, dass am nächsten Morgen bereits die letzte Station wartet: der Tegernsee
Tegernsee – ein ruhiger Ausklang
Nach Salzburg führt mich die letzte Etappe der Reise an den Tegernsee. Auch hier wiederholt sich zunächst das inzwischen vertraute Spiel: Viele Hotels sind bereits ausgebucht. Schliesslich stosse ich auf das Garni Landhaus am Stein – und für die letzten Tage passt diese Wahl erstaunlich gut.
Garni Landhaus am Stein – angenehm unkompliziert
Der Empfang im Landhaus am Stein ist freundlich, zugleich spüre ich eine gewisse Reserviertheit – vielleicht auch jene höfliche, etwas sachlichere Art, die auf mich als Schweizer bisweilen typisch deutsch wirkt.
Das Hotel liegt in einem ruhigen Wohnviertel. Von der Hauptstrasse dringt nur wenig Verkehrslärm herüber, und nachts ist es angenehm still. Am Morgen übernimmt dafür der Hahn von nebenan zuverlässig den Weckdienst – ganz ohne Aufpreis.
Beim Frühstück fällt mir auf, dass hier vor allem die Boomer-Generation vertreten ist. Man begrüsst sich freundlich, tauscht ein paar Worte und widmet sich danach wieder dem eigenen Tisch. Auch das trägt zu dieser angenehm unaufgeregten Atmosphäre bei.
Das Frühstück selbst ist allerdings aussergewöhnlich gut und deutlich aufwendiger, als ich es in einem Garni-Hotel erwartet hätte. Seesicht bietet das Haus zwar keine, dafür eine gewisse Beschaulichkeit, die mir zum Abschluss der Reise gut gefällt.
Ich habe mich hier wohlgefühlt – vielleicht auch deshalb, weil vieles unkomplizierter wirkt und die Anspruchshaltung der Gäste spürbar entspannter ist als in manchen Luxushotels.
Zwei Restaurantadressen, die mir in Erinnerung geblieben sind
Im Käfer Gut Kaltenbrunn sass ich nicht im grossen Selbstbedienungs-Biergarten, sondern im bedienten Restaurant. Die Lage über dem See ist bemerkenswert: Von hier öffnet sich der Blick weit über den Tegernsee und die umliegenden Berge. Die Küche ist währschaft, regional geprägt – genau passend zu diesem Ort.
Kulinarisch anders präsentiert sich das EGERN 51 in Rottach-Egern. Das Restaurant verbindet die Küche europäische Klassiker mit asiatischen Einflüssen, ohne dass daraus eine beliebige Fusion entsteht. Ich habe dort ausgezeichnet gegessen. Zusammen mit der Terrasse und dem unmittelbaren Blick auf den See war das für mich der feinere der beiden Restaurantbesuche.
Driving Range – noch einmal am Schwung arbeiten
Nur wenige Fussminuten vom Hotel entfernt befindet sich die Driving Range von Wiesseegolf. Für mich ideal, um nochmals unkompliziert einige Bälle zu schlagen.
E‑MTB von Bad Wiessee zur Aueralm – Genuss statt Höhenmeter
Auch das Bike bekommt zum Abschluss nochmals seinen Auftritt. Als letzte Tour der Reise bike ich vom Landhaus am Stein hinauf zur Aueralm.
Eine grosse sportliche Herausforderung suche ich diesmal bewusst nicht mehr. Nach Halleranger Alm, Kührointalm und einigen weiteren Höhenmetern darf der letzte Tag etwas gemächlicher ausfallen. Diesmal steht eindeutig der Genuss im Vordergrund.
Oben angekommen öffnet sich von der Almhütte der Blick auf die umliegende Berglandschaft. Ich suche mir einen Platz, bestelle einen Kaiserschmarrn und lasse die letzten Tage ein wenig Revue passieren.
Danach geht es gemütlich zurück zum Hotel — eine letzte Abfahrt – und langsam das Gefühl, dass diese Reise nun tatsächlich zu Ende geht.
Im Rückblick — Mittenwald, Berchtesgaden, Salzburg und Tegernsee
Diese Reise war weniger durch einen festen Plan geprägt als durch die Freiheit, unterwegs immer wieder neu zu entscheiden. Schon die Hotelsuche zeigte mir, dass Ende August vieles gefragter war als erwartet. Aus vermeintlichen Ausweichlösungen wurden am Ende jedoch oft genau jene Orte, an denen ich mich besonders wohlfühlte.
Am stärksten in Erinnerung bleiben mir die Touren durch die alpine Landschaft, die spontanen Planänderungen und jene kleinen Begegnungen, die sich nicht organisieren lassen. Mittenwald und Berchtesgaden haben mich dabei mehr überrascht als erwartet, Salzburg vor allem kulturell überzeugt. Der Tegernsee war schliesslich der passende, angenehm unspektakuläre Abschluss.
Vielleicht liegt genau darin der Reiz dieser Reise: Nicht jeder Ort musste zum Höhepunkt werden. Entscheidend war vielmehr das Zusammenspiel aus Landschaft, Bewegung, guten Gastgebern und dem Gefühl, unterwegs genügend Raum für spontane Entscheidungen zu haben. Ebenfalls zu empfehlen sind E‑Bike-Touren in Schwangau und Füssen.




















