Roadtrip entlang der oberitalienischen Seen

Roadtrip entlang der oberitalienischen Seen

von | 17.04.2024 | Italien

Über den Lukmanierpass ins Tessin

Startpunkt mei­nes Roadtrips — Norditalien mit dem Auto — ist Ascona, obwohl ich ihn eigent­lich bereits in Ilanz begon­nen habe. Um mich dem Stau am Gotthard zu ent­zie­hen, ent­schied ich mich, über den Lukmanierpass ins Tessin zu fah­ren, wobei ich einen Zwischenstopp in Ilanz ein­leg­te. Eine emp­feh­lens­wer­te Übernachtungsmöglichkeit in Ilanz bie­tet das Hotel Eden, ein 3‑Sterne-Hotel mit geräu­mi­gen Zimmern. Trotz sei­ner zen­tra­len Lage in Ilanz, gewähr­leis­tet das Hotel nachts eine ange­neh­me Ruhe. Am fol­gen­den Morgen set­ze ich mei­ne Fahrt über den Lukmanierpass nach Biasca fort, von wo aus ich schliess­lich nach Ascona gelan­ge. Die Strassen sind fast leer, was die Fahrt ent­spannt und ange­nehm macht. Die Berge, noch tief ver­schneit, bie­ten in Kombination mit dem blau­en Himmel einen male­ri­schen Kontrast.

Von Ilanz über den Lukmanierpass ins Tessin

Zwischenstopp Ascona

Was für ein Glück, der Parkplatz an der Seepromenade hat noch freie Plätze. Und ja, Ascona, respek­ti­ve die Seepromenade, hat ihren eige­nen Reiz. Obwohl wir erst März haben, sind die Restaurants sehr gut besucht – min­des­tens die mit einer guten Bewertung. Eigentlich hät­te ich Lust, direkt am See etwas zu essen, aber die Tische ste­hen so nahe bei­ein­an­der, dass man jedes Wort von den Tischnachbarn mit­hört. Und dar­auf habe ich kei­ne Lust. Aber zum Glück gibt es eine Alternative, das Ristorante al Lago. Es liegt in einem klei­nen Garten mit Sicht auf den See, und zwi­schen den Tischen ist genug Abstand. Es ist nicht der ers­te Besuch und wird auch nicht der letz­te sein.

Ascona Ristorante al Lago

Roadtrip Route Italien — Entlang des Lago Magiore

Schweren Herzen ver­las­se ich Ascona und fah­re in Richtung Brisago wei­ter, wo ich ich kurz danach die Grenze nach Italien über­que­re. Die Fahrt ent­lang des Lago Magiore ist kur­ven­reich, ermög­licht aber immer wie­der schö­ne Blicke auf den See und die Berge. In Cannobio mache ich einen kur­zen Zwischenhalt. Vom Parkplatz sind es nur weni­ge Minuten zur Seepromenade. Diese ist sehr schön ange­legt. Schade hat­te ich in Ascona schon einen Espresso, es wäre schön auch hier zu sit­zen und die Umgebung zu genies­sen.

Cannobio Seepromenade
So mach ich mich wei­ter auf den Weg. In Cannero Riviera gibt es einen Abstecher in die Höhe. Die Strassen sind kur­ven­reich und schmal. Geplant wäre eigent­lich gewe­sen über die Berge nach Stresa zu fah­ren. Leider aber ver­hin­dert dann plötz­lich eine Fahrverbotstafel das Weiterfahren. Und so  bleibt mir nichts anders übrig, als wie­der zurück zu fah­ren. Es geht schon gegen 16.00 zu und so ent­schlies­se ich mich doch lang­sam ein Hotel zu suchen. Ich par­ke, aber so ein Pech, die Internet Verbindung ist zu gering. So fah­re ich wei­ter und beim nächs­ten Halt klappt es dann.

Die Entscheidung ist schnell getrof­fen, die Villa e Pallzzo Aminta in Stresa wird es sein. Es liegt ein­gangs Stresa mit wun­der­schö­ner Sicht auf die Borromäische Inseln, die gemäss Reiseführer ein tou­ris­ti­sches Highlight sind, und von Touristen regel­recht gestürmt wer­den. Das Hotel selbst hat sei­nen eige­nen Charme aus der Belle Epoque Zeit, viel Marmor, Mosaik, Gold und Glitzer, aber o.k. auf alle Fälle impo­sant sind die Kronleuchter  Der Service ist auf­merk­sam und ich genies­se die Lobby und den schö­nen Blick auf den Laggo Magiore und auf die Borromäische Inseln.

Villa e Pallzzo Aminta Stresa
Da das Hotel an der Hauptstrasse liegt, habe ich mich für ein Zimmer auf die Gartenseite ent­schie­den. Das war eine gute Wahl, ich ver­brach­te eine ruhi­ge Nacht und konn­te unge­stört bei offe­nem Fenster schla­fen. Das Morgenessen, wau, das über­rasch­te mich echt. In der Regel haben es ja die ita­lie­ni­schen Hotels nicht so mit Frühstück. Aber hier im Pallzzo Anmita wird auch für die weni­gen Gäste ein tol­les Frühstücksbuffet bereit gestellt, wel­che kei­ne Wünsche übrig lässt..

Seepromenade Stresa

Nach dem Auschecken steue­re ich zuerst die Strandpromenade von Stresa an. Entlang die­ser Promenade fällt die hohe Dichte his­to­ri­scher Hotels auf, die sich mit ihrer Belle Époque-Architektur har­mo­nisch in die Umgebung ein­fü­gen. Diese Entdeckung über­rascht mich ange­nehm. Ebenfalls loh­nens­wert ist ein Besuch der auto­frei­en Altstadt mit ihrer Vielfalt an Geschäften und Restaurants

Lago d’Orta

Auf den Besuch der Borromäischen Inseln ver­zich­te ich und ent­schei­de mich statt­des­sen für einen Abstecher zum Lago d’Orta, genau­er zur Ortschaft Orta San Giulio am Sacro Monte di Orta. Schon die Anzahl der Parkplätze lässt erah­nen, wie belebt es hier in der Saison zuge­hen muss. Die Gassen sind eng, und gefühlt reiht sich ein Restaurant ans ande­re. Ein beson­de­res Highlight ist jedoch die Piazza Motta, von der aus man einen herr­li­chen Blick auf den See und die Isola San Giulio hat. Im Restaurant Ai Due Santi gön­ne ich mir einen Teller Pasta. Leider reg­net es bei küh­len Temperaturen, aber das Sitzen im Freien mit einem herr­li­chen Blick las­se ich mir nicht ent­ge­hen.

Orta San Giulio Piazza Motta
Zwischenstopp in Varese

Nach mei­ner Rückkehr zum Lago Maggiore mache ich in Arona einen Zwischenhalt. Die Strandpromenade ist durch­aus nett, erreicht jedoch nicht das Niveau von Stresa. Nach einem Espresso fah­re ich wei­ter nach Varese. Auf dem Weg dort­hin buche ich ein Zimmer im Palace Grand Hotel, das auf einer Anhöhe, nur weni­ge Minuten aus­ser­halb der Altstadt von Varese, gele­gen ist. Obwohl das Hotel sei­ne bes­ten Zeiten hin­ter sich haben mag – sowohl äus­ser­lich als auch inner­lich ist der Bedarf an Renovation unüber­seh­bar –, ver­strömt es den­noch einen beson­de­ren Charme, und das Personal bie­tet einen aus­ge­zeich­ne­ten Service. Aufgrund des Regenwetters beschlies­se ich, im Hotel zu spei­sen, und tat­säch­lich: Das Abendessen hat mei­ne Erwartungen voll und ganz erfüllt

Die Altstadt von Bergamo

Es reg­net die gan­ze Nacht hin­durch, und gemäss der Prognose wird es bis in den frü­hen Nachmittag hin­ein wei­ter­reg­nen. Deshalb ent­schlies­se ich mich, direkt nach Bergamo zu fah­ren und auf die geplan­te Teilumrundung des Lago di Como zu ver­zich­ten. Die Fahrt nach Bergamo begeis­tert mich aller­dings nicht. Dichter Verkehr quält sich durch Dörfer und Landstrassen bis nach Bergamo. Dort wer­de ich zum ers­ten Mal mit den “Zona Traffico Limitato” (ZTL) kon­fron­tiert.

Ich ver­ste­he nur Bahnhof und ver­su­che, einen Weg zu fin­den, ohne ZTL-Tafeln – es frus­triert mich unge­mein, dass ich die­ses Konzept nicht durch­schaue, also nicht weiss, ob ich fah­ren darf oder nicht. Auf einer Nebenstrasse ste­he ich erneut vor einem ZTL-Schild und fra­ge einen Automobilisten, wie ich nach Bergamo hin­ein­fah­ren kann. Sie erklärt mir, dass die ZTL gera­de nicht aktiv ist und ich somit durch­fah­ren kann, was ich auch tue. Die Strasse führt in Kurven steil nach oben und wird immer schma­ler. Das ver­un­si­chert mich so sehr, dass ich noch­mals hal­te und eine wei­te­re Person fra­ge, ob ich die­se Strasse bis zum Hotel befah­ren kann. Sie meint, ich sol­le ihr ein­fach nach­fah­ren, was ich dann auch mache. Ihr Auto ist nur wenig schmä­ler als mein Jeep; die Parksensoren pie­pen und leuch­ten rot auf, zudem müs­sen wir ent­ge­gen­kom­men­den Autos aus­wei­chen – es geht um ein oder zwei Zentimeter. Und dann end­lich ste­he ich vor dem Hotel Le Funi. Und ich bin echt froh, ange­kom­men zu sein.

Altstadt Bergamo
Das Hotel Le Funi liegt ide­al, nur weni­ge Gehminuten von der Altstadt ent­fernt. Bald dar­auf schlen­de­re ich durch die Gassen zur Piazza Vecchia. Läden mit loka­len Spezialitäten und eine brei­te Auswahl an Restaurants säu­men die Strassen. Die Piazza ist zwar nicht impo­sant, aber den­noch schön anzu­se­hen. Für den Besuch der Basilika ist zwar ein Eintritt zu ent­rich­ten, doch es lohnt sich defi­ni­tiv. Es ist unglaub­lich, in wel­cher Pracht die Wandmalereien und Fresken erstrah­len – zwar nicht so ein­drucks­voll wie in Rom, aber den­noch abso­lut sehens­wert. Ein Nachmittag reicht völ­lig aus, um die Altstadt von Bergamo zu besich­ti­gen. So mache ich mich am nächs­ten Morgen auf den Weg zum Gardasee.
Piazza Vecchia Bergamo
Basilika Bergamo

Roadtrip Gardasee

Zwischenhalt in Sirmione

Einen ers­ten Zwischenhalt lege ich in Sirmione ein. Die Stadt, gele­gen auf einer schma­len Halbinsel, die etwa 4 Kilometer in den Gardasee hin­ein­ragt, bie­tet von nahe­zu jedem Punkt aus atem­be­rau­ben­de Ausblicke auf den See. Neben his­to­ri­schen Sehenswürdigkeiten wie der Scaligerburg und den Thermalbädern, zeich­net sich Sirmione durch eine leben­di­ge Altstadt aus – mit ihren engen mit­tel­al­ter­li­chen Gassen, far­ben­fro­hen Fassaden, Boutiquen, tra­di­tio­nel­len Gelaterias und Restaurants. Trotz der deut­lich tou­ris­ti­schen Ausrichtung ist ein Besuch emp­feh­lens­wert.

Eingangstor Sirmione
Sirrmione Altstadt
Sirrmione Plazza

Am Ufer des Gardasees — Hotel Fasano

Für die Nacht habe ich das Grand Hotel Fasano gebucht, das am west­li­chen Ufer des Sees, etwa eine Fahrstunde von Sirmione ent­fernt, liegt. Ursprünglich im 19. Jahrhundert als Jagdschloss für die öster­rei­chi­sche Kaiserfamilie erbaut, wur­de es spä­ter zu einem luxu­riö­sen Hotel umge­wan­delt. Das Hotel ver­bin­det his­to­ri­schen Charme mit moder­nem Luxus und liegt direkt am Seeufer – ein wun­der­ba­rer Ort, um nach einer lan­gen Reise zu ent­span­nen. Ich hät­te ger­ne draus­sen einen Aperitif genos­sen, aber das küh­le Regenwetter zwingt mich, die­ses Vergnügen in der eben­falls sehr anspre­chen­den Lobby zu erle­ben.

Aussicht Hotel Fasano Gardasee

Eigentlich wäre die Weiterreise geplant gewe­sen, doch fami­liä­re Gründe bewe­gen mich, am fol­gen­den Tag in die Schweiz zurück­zu­keh­ren. Aber auf­ge­scho­ben ist nicht auf­ge­ho­ben. Zu gege­be­ner Zeit wer­de ich mei­ne Reise — Norditalien mit dem Auto — von hier aus fort­set­zen

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