Eastbourne Pier

Eastbourne und die Seven Sister Klippen

von | 06.06.2022 | England

​In Heathrow über­neh­me ich den Mietwagen. Knapp zwei Stunden dau­ert die Fahrt nach Eastbourne. Es ist Samstagabend und ziem­lich tote Hose in Eastbourne. Da ich kei­ne gros­se Lust habe mich um ein Restaurants zu küm­mern, gehe ich in das vom Hotel nah­ge­le­ge­ne Fish & Chips Holiday Inn Fish. Der Fisch ist frisch, die Pommes sind auch gut und ein Guiness run­de­te das Abendessen ab.

Was gibt es über Eastbourne zu sagen?

Nun, was gibt es über Eastbourne zu berich­ten? Ein eng­li­sches Ehepaar, wel­ches ich in Hasting getrof­fen habe, hat es in drei Sätzen zusam­men­ge­fasst: Doctor’s Waitinghall, worn down, no invest­ments. So ist es. Das wirk­lich erfreu­li­che, die Promenade ent­lang des Meeres. Es wäre ein «uni­que sel­ling point» der Sonderklasse. Schade das Eastbourne nicht mehr dar­aus macht.

Auch das Pier ist mehr schein als sein. Himmeltraurig, dass eine sol­che Infrastruktur pri­mär auf bil­li­gen Unterhaltung, mit Spielsalons für Kinder und Erwachsene, aus­ge­rich­tet ist. Wohl hat es auch ein Fish & Chips, ein Grieche, ein Teehaus und ein Pub. Aber alles wirkt ein­fach trost­los und ver­braucht, wie die Stadt selbst.

Was für einen Grund gibt es Eastbourne zu wählen?

Nun, was für einen Grund hät­te man den nach Eastbourne zu gehen? Die Seepromenade ist wirk­lich sehr schön und bie­tet tol­le Ausblicke auf die White Cliffs und auf das Pier. Gemütlich fla­nie­ren, ein Bier oder Kaffee trin­ken, das ist wirk­lich sehr schön. Auch ist Eastbourne eine Gute Ausgangslage für aus­ge­dehn­te Wanderungen ent­lang der Seven Sister Klippen  oder für den Besuch von wei­te­ren Seebad Städten wie Hastings oder Brighten.

The Grand Hotel Eastbourne — lohnt es sich?

Once upon a time, the­re was a rea­ly nice hotel, whe­re the upper class used to spend the­re holi­day. Das ist lan­ge her und das Hotel zehrt immer noch von die­ser Zeit. Mit ca. 150 Zimmern ist das Hotel doch ziem­lich gross. Erstaunlich, dass es unter dem Label Small Luxury Hotel fir­miert. Wohl wirbt das Hotel mit 5 Sternen, nach­voll­zieh­bar wäre es, wenn auch die dazu not­wen­di­gen Renovationen getä­tigt wor­den wären. Aber auch hier, der Ausdruck «worn down», passt lei­der zu sehr. Im Besonderen scheint das Grand Hotel bei älte­ren Gästen, deut­lich nach Pensionierungsalter, sehr beliebt zu sein. Vielleicht kommt auch von dort her der Ausdruck «doctor’s wai­tin­g­hall». Es ist eines der weni­gen Hotels, ich mich nicht sehr wohl gefühlt habe. Dennoch, für ein oder zwei Nächte geht es in Ordnung.

Grand Hotel Eastbourne

Kulinarik in Eastbourne — weit gefehlt!

Ich hat­te eine Vorstellung von fri­schem Fisch und tol­len Meeresfrüchten. Aber emp­fan­gen hat mich eine kuli­na­ri­sche Wüste. Klassisches Pub Food herrscht vor. Dies muss ja nicht unbe­dingt falsch sein. Aber ich hat­te mir gedacht, dass eine Stadt wie Eastbourne, am Meer gele­gen, eine Gastronomie anbie­tet, wel­che über Fish & Chips hin­aus­geht. Von den besuch­ten Restaurants, kann ich die fol­gen­den fünf emp­feh­len.

Nähe Strandpromenade

  • Holiday Inn Fish
  • Saibaidee Thai, neben dem Holiday Inn Fish
  • Bistrot Pierre an der Strandpromenade, mit tol­lem Blick auf das Meer und auf die ent­fern­ten Klippen

Ausserhalb dem Stadtzentrum

  • Beach Head Pup, tol­le Lage mit Blick auf die Landschaft.
  • Thai Marina, liegt an der Marina (Waterfront)

Wanderungen entlang der Seven Sister Klippen

Ausgehend von Eastbourne, erstre­cken sich die weis­sen Klippen auf einer Gesamtlänge von 10 Kilometern. In drei Etappen, jeweils hin- und zurück, habe ich die Seven Sister Klippen erwan­dert. Klar, man kann die Gesamtlänge auch in einem Stück wan­dern und anschlies­send mit dem Bus zurück fah­ren. Aber auf das hat­te ich kei­ne Lust. Zudem fin­de ich es schön, beim Rückweg die jeweils ande­re Sichtrichtung ein­zu­neh­men.

Entlang der mehr oder weni­ger par­al­lel ver­lau­fen­den Strasse fin­den sich immer wie­der Parkmöglichkeiten. So ist es ein­fach, die Strecken zu etap­pie­ren. Allerdings haben die Parkmöglichkeiten auch einen gra­vie­ren­den Nachteil. Ausflugsbusse! Diese nut­zen die Haltemöglichkeit und so wäl­zen sich Reisegruppen zu den Viewpoints, inklu­si­ve den obli­ga­ten Selfies. Es war schon über­ra­schend, wie vie­le Reisebusse bereits im Mai unter­wegs waren. Also ich kann mir gut vor­stel­len, dass man sich in den Monaten Juli und August auf den Klippen alles ande­re als Einsam fühlt.

1. Etappe Grand Hotel — Beach Head

Die 1. Etappe führ­te mich vom Grand Hotel zum Beach Head. Dieser Punkte erlang­te im 2. Weltkrieg Bekanntheit. Über den Beach Head haben die alli­ier­ten Flieger jeweils England ver­las­sen. Etwas wei­ter Richtung Brighton befin­det sich auch ein Leuchtturm, wel­cher sich mit den weis­sen Klippen kon­tras­tiert.

Beach Head Leuchtturm - Klippenwanderung

2. Etappe Beach Head — William Charles Monument

Die 2. Etappe führ­te mich vom Beach Head Parkplatz zum William Charles Campbell Monument. Kurz vor Birling Gap, wo sich auch ein klei­nes Kaffee befin­det, hat man wie­der­um eine wun­der­schö­ne Sicht auf die weis­sen Klippen, wel­che Teil der Seven Sisters sind.

Klippen Wanderung Seven Sister

3. Etappe Seven Sister Carpark

Die drit­te und letz­te Etappe führ­te vom Seven Sister Carpark ent­lang des Flusses Cuckmere zum Strand. Vom Strand geht es wei­ter die Klippen hin­auf. Hat man die Höhe erreicht, ist wie­der ein herr­li­che Wanderung bis zum William Charles Campbell Monument ange­sagt. Auf dem Rückweg, nur weni­ge Minuten vom Seven Sister Carpark, befin­det sich das Cuckere Inn. Eine gute Gelegenheit ein­zu­keh­ren und ein Bier zu genies­sen, oder etwas klei­nes zu Essen.

Cuckmere Beach Seven Sisters Wanderung

Ausflug nach Hastings — besser als Eastbourne?

Ein Ausflug brach­te mich nach Hastings. Einerseits woll­te ich das Pier besu­chen und ande­rer­seits auch der Altstadt einen Besuch abstat­ten. Jetzt im Mai hat es noch viel Platz auf den Parkfeldern, das freut mich. Auch ist es jetzt bei vie­len Parkuhren mög­lich mit der Kreditkarte zu zah­len. Somit ent­fällt die läs­ti­ge Vorratshaltung an Münzen. Das letz­te Mal hat uns dies in Cornwall immer wie­der geär­gert.

Eigentlich wür­de ich ger­ne mit der Standseilbahn auf die Klippen rauf­fah­ren. Leider ist die Bahn aus­ser Betrieb. Eine Treppe führt aber auch in die Höhe. Oben ange­kom­men, öff­net sich eine wun­der­ba­re Sicht auf Hastings und die Altstadt. Das Treppensteigen hat sich gelohnt. Nach einer klei­ne­ren Rundwanderung auf der Höhe geht es wie­der run­ter in Richtung Altstadt. Irgendwie habe ich mir die Altstadt von Hastings sehens­wer­ter und attrak­ti­ver vor­ge­stellt. Leider hat das ältes­te Pup Stag Inn auch grad geschlos­sen. Nun ja, kann man nichts machen.

Weiter geht es zum Fischerhafen. Verschiedene Fischer bie­ten hier ihre Ware frisch im Direktkauf an. Sicher eine gute Idee, so Fisch zu kau­fen, wenn man in der Nähe wohnt und sel­ber kocht. Ansonsten auch viel Müll und Schrott, nebst ein paar ver­gam­melt aus­se­hen­den Fischerbooten.

Nächste Station ist der Pier. Eigentlich dach­te ich, dass sich dort ein net­tes Restaurant fin­den wird, für einen klei­nen Lunch. Aber Fehlanzeige. Ein Biergarten und ein paar Stände wel­che Essen über die Theke ver­kau­fen sowie ein klei­ner Vergnügungspark für Kinder, das ist das Pier. Sehr scha­de. In der Nähe des Parkplatzes fin­de ich eine Fisch & Chips Theke. Wenigstens schmeckt der fri­sche Fisch sehr gut und die Pommes sind auch o.k..

Hastings

Also, alles bes­ser in Hastings als in Eastbourne? Nun ja, Hastings kam mir nicht so abge­wirt­schaf­tet wie Eastbourne vor. Aber, ich fin­de die klei­nen Dörfer wie z.B. St. Mawes oder Padstow in Cornwall deut­lich attrak­ti­ver, auch wenn die­se Orte von der Grösser her natür­lich nicht ver­gleich­bar sind.

Mein Fazit nach einer Woche in Eastbourne

Sicher wür­de ich kei­ne gan­ze Woche mehr in Eastbourne ver­brin­gen. Aber für 2 oder 3 Nächte ist Eastbourne sicher kei­ne schlech­te Wahl, als Ausgangspunkt für Wanderungen ent­lang der Seven Sister Klippen. Auch die Seepromenade ent­schä­digt für die Tristesse der Stadt. Vor oder nach dem Nachtessen noch einen klei­nen Spaziergang zu machen, mit Sicht auf die Klippen oder dem Pier, das ist schön. Das nächs­te mal wird es mich aber eher wie­der nach Wales oder nach Schottland in die Highlands zie­hen. 

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