Opatija Sicht auf das Maedchen mit der Moewe

Istrien im März – eine Rundreise durch Kroatiens stille Vorsaison

von | 13.04.2026 | Kroatien

Zwei Wochen Istrien im März, spon­tan und ohne fes­ten Plan – genau so, wie ich am liebs­ten rei­se. Noch bevor die gros­se Saison beginnt, zeigt sich Kroatiens belieb­te Halbinsel von ihrer ruhi­ge­ren Seite: lee­re Gassen, ent­spann­te Küstenorte und ein Hinterland, das lang­sam aus dem Winterschlaf erwacht.

Meine Route führ­te mich von Novigrad über Rovinj und Pula bis nach Opatija, mit Abstechern in klei­ne Dörfer und einem letz­ten Halt auf Krk. Ein per­sön­li­cher Reisebericht über mei­ne Eindrücke, Erlebnisse und Empfehlungen ent­lang des Weges.

Anreise nach Istrien — ohne Eile südwärts

Manchmal ent­ste­hen die schöns­ten Reisen nicht aus mona­te­lan­ger Planung, son­dern aus einem spon­ta­nen Impuls. Genau so begann mei­ne zwei­wö­chi­ge Rundreise durch Istrien im März – kurz­fris­tig ent­schie­den, ohne fes­ten Plan und mit der Hoffnung, die Halbinsel noch vor dem gros­sen Saisonansturm in ihrer ruhi­ge­ren Form zu erle­ben.

Ich schät­ze es sehr, jeweils an einem Sonntag zu star­ten. Wenn der Schwerverkehr ruht und die Autobahnen lee­rer sind, beginnt die Fahrt Richtung Süden äus­serst ange­nehm. Mein ers­ter Etappenstopp liegt nahe dem Gardasee: Das Hotel Le Ali del Frassino habe ich mir als ers­ten Zwischenstopp auf dem Weg nach Kroatien aus­ge­sucht. Ein guter Entscheid. Der nächs­te Morgen zeigt das Haus von sei­ner bes­ten Seite. Das Buffet ist gross­zü­gig, und mit einem Kaffee im Freien beginnt der Tag genau so, wie ich es ger­ne habe.

Danach geht es wei­ter Richtung Triest und über Slowenien nach Kroatien. Nicht jede Pause unter­wegs muss ein Highlight sein, doch die Fahrt ver­läuft rei­bungs­los und ohne Eile. Als schliess­lich Novigrad vor mir auf­taucht, beginnt der eigent­li­che Teil die­ser Reise: die Rundfahrt durch das kroa­ti­sche Istrien.

Novigrad: Zwischen Marina und altem Hafen

Für die ers­ten drei Nächte in Novigrad habe ich mich im Hotel Nautica ein­quar­tiert. Die Lage an der moder­nen Marina ist prak­tisch, und den hotel­ei­ge­nen Parkplatz weiss ich sehr zu schät­zen. Mein Zimmer ist gross­zü­gig geschnit­ten, mit einem Balkon und Blick auf die Boote, den Hafen und das Meer – ein stim­mi­ger Ort, um erst ein­mal anzu­kom­men.

Ganz still bleibt es dort aller­dings nicht. Wenn der Wind auf­frischt, beginnt es in der Takelage der Segelboote zu pfei­fen; ein Geräusch, das erstaun­lich weit trägt. Doch das gehört zu die­ser Lage dazu: Man wohnt nicht ein­fach nur neben dem Wasser, son­dern ist mit­ten in eine mari­ti­me Szenerie ein­ge­bet­tet.

Vom Hotel aus sind es nur weni­ge Gehminuten bis zum alten Hafen und dem his­to­ri­schen Zentrum von Novigrad. Zwischen den Fischerbooten und der Uferpromenade spürt man den eigent­li­chen Charakter des Ortes. Dass hier noch aktiv gefischt wird, gibt dem Hafen eine ange­nehm boden­stän­di­ge Note.

Sicht auf den alten Hafen von Novigrad
Rund um Novigrad haben sich vie­le Restaurants mit schö­ner Sicht auf das Meer ange­sie­delt. Jetzt im März genies­se ich den Vorzug, abends spon­tan einen Platz zu fin­den. Im Vordergrund steht für mich die exzel­len­te Fisch- und Meeresfrüchteküche. Auf eine spe­zi­fi­sche Empfehlung ver­zich­te ich an die­ser Stelle bewusst – die Auswahl ist gross, und wer sich an den aktu­el­len Bewertungen ori­en­tiert, wird sicher fün­dig.

Zudem eig­net sich Novigrad her­vor­ra­gend als Ausgangspunkt, um sowohl die Küstenstadt Umag als auch das male­ri­sche Hinterland in aller Ruhe zu erkun­den.

Umag: Zwischen neuer Riva und historischem Kern

Für mei­nen Besuch in Umag steue­re ich gezielt den gros­sen Parkplatz ganz in der Nähe des Jachthafens an. Schon bei der Einfahrt folgt eine ange­neh­me Überraschung: Der Platz ist kos­ten­los. Ein unkom­pli­zier­ter Start, um von hier aus die Stadt zu Fuss zu erkun­den.

Die neue Riva – Umags modernes Gesicht

Von dort aus führt der Weg direkt an die Uferpromenade, und man merkt sofort: Hier weht ein neu­er Wind. Die neu gestal­te­te Riva, die erst 2025 eröff­net wur­de, ist ein ech­tes Bijou. In einem gross­zü­gi­gen, ele­gan­ten «U» ver­bin­det die­se brei­te Flaniermeile den Jachthafen mit der Altstadt.

Die Gestaltung ist äus­serst modern und ver­leiht Umag eine offe­ne, wei­te Atmosphäre. Es macht Freude, hier zu fla­nie­ren und den Blick über das Wasser schwei­fen zu las­sen – die mari­ti­me Stimmung ist über­all greif­bar. Man spürt, dass die­se Investition der Stadt ein völ­lig neu­es Gesicht gege­ben hat.

Sicht auf Umag von der Riva aus

Kulinarik im historischen Kern von Umag

Die Altstadt selbst bil­det dazu einen mar­kan­ten Kontrast. Während die Riva glänzt, wirkt der his­to­ri­sche Kern deut­lich ursprüng­li­cher und weni­ger her­aus­ge­putzt als etwa das benach­bar­te Novigrad. Es ist ein Nebeneinander von Epochen, das sei­nen ganz eige­nen Reiz hat. Ich bin über­zeugt, dass die neue Promenade als Impulsgeber fun­gie­ren und das alte Zentrum in sei­ner Entwicklung posi­tiv mit­zie­hen wird.

Trotz die­ser bau­li­chen Gegensätze hat man in Umag kuli­na­risch die sprich­wört­li­che Qual der Wahl. Viele Lokale lie­gen traum­haft direkt am Meer. Meine Wahl fiel auf das Konoba Miso, wo ich ein aus­ge­zeich­ne­tes Mittagessen genies­sen konn­te. Ein herr­li­cher Moment der Ruhe, um die Eindrücke Revue pas­sie­ren zu las­sen, bevor die Reise wei­ter­geht.

Historisches Zentrum von Umag

Erkundung des Hinterlandes: Kontraste im März

Von Novigrad aus habe ich mir eine Tour zusam­men­ge­stellt, um das istri­sche Hinterland ein wenig bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Meine Route führt mich über Motovun, Momjan und Buje bis nach Groznjan. Jetzt im März zeigt sich die Landschaft aller­dings noch ver­hal­ten: Die Wiesen leuch­ten zwar schon grün, doch das fah­le Graubraun der noch blatt­lo­sen Bäume domi­niert das Bild. Nur ver­ein­zel­te Sträucher set­zen ers­te far­bi­ge Akzente.

Motovun: Aussicht versus Substanz

Motovun beein­druckt bereits aus der Ferne durch sei­ne spek­ta­ku­lä­re Lage hoch über dem Mirna-Tal. Der wei­te Blick über die Hügellandschaft ist wahr­lich erst­klas­sig. Wer hier par­ken will, braucht aller­dings etwas Glück, da nur weni­ge Plätze zur Verfügung ste­hen. Vom Talboden aus, ver­kehrt aber eine Busverbindung.

Der Ort selbst lebt von sei­nem mit­tel­al­ter­li­chen Charakter, den klei­nen Spezialitätenläden und von den Restaurants. Doch beim Gang durch die Gassen trübt sich der Eindruck etwas: Viele Häuser wir­ken ver­nach­läs­sigt, was den Weg durch die his­to­ri­schen Kern wenig ein­la­dend macht. Einen ver­söhn­li­chen Schlusspunkt setzt dafür das Kastell auf der Spitze, das sich deut­lich gepfleg­ter und stim­mi­ger prä­sen­tiert.

Weitsicht vom Kastell in Motovun

Momjan und Buje: Geschlossene Türen und verpasste Chancen

In Momjan wur­de mir schnell klar, dass der Ort pri­mär von sei­nen renom­mier­ten Weingütern und Restaurants lebt – weni­ger vom Dorfbild selbst. Bedauerlicherweise war sai­son­be­dingt noch alles geschlos­sen.

Ähnlich ver­hielt es sich in Buje. Nach eini­gen Minuten zuneh­mend erfolg­lo­ser Diskussion mit einem stör­ri­schen Parkautomaten ver­lor ich irgend­wann die Lust auf den Besuch der Altstadt und zog wei­ter.

Groznjan: Das Glück des Zufalls

So führ­te mich der Weg direkt nach Groznjan. Das Künstlerdorf mit sei­nen engen Gassen und den gepfleg­ten Steinhäusern ver­sprüht eine ganz eige­ne, beson­de­re Atmosphäre. Doch auch hier das glei­che Bild: Die zahl­rei­chen Restaurants befan­den sich noch im Winterschlaf.

Was erst wie eine wei­te­re Enttäuschung aus­sah, ent­pupp­te sich jedoch als wah­rer Glücksfall. In der Truba Bar brann­te Licht. Auf mei­ne Nachfrage hin wur­de ich herz­lich emp­fan­gen und mit einem her­vor­ra­gen­den Plättli aus loka­lem Prosciutto, ver­schie­de­nen Käsesorten und einem Glas ein­hei­mi­schem Wein über­rascht. Im Nachhinein muss ich sagen: Ein Glück, dass die Restaurants geschlos­sen waren – authen­ti­scher hät­te die­ser Stopp nicht sein kön­nen.

Poreč: Zwischen Bora und Sonnenplatz

In Poreč par­kie­re ich das Auto auf einem gros­sen öffent­li­chen Parkplatz direkt vor der Altstadt. Von der nörd­li­chen Seite her betrach­tet, wirkt der his­to­ri­sche Kern im ers­ten Moment wenig ein­la­dend. Die Architektur erscheint wie ein mas­si­ves Bollwerk gegen den kal­ten Wind – und das ist sie wohl auch: Die Bora zeigt sich im Moment von ihrer beson­ders gif­ti­gen Seite.

Beim Durchstreifen der Gassen will der Funke nicht recht über­sprin­gen; im Vergleich zu Novigrad wirkt vie­les hier weni­ger gepflegt, man­che Häuser befin­den sich in kei­nem guten Zustand. Doch das Blatt wen­det sich, als ich die Südseite errei­che. Hier, im Windschatten der alten Mauern, zeigt sich Poreč von sei­ner sanf­ten Seite. Die Sonne wärmt ange­nehm, und bei einem Espresso las­se ich den Blick über die Bucht schwei­fen. Ein wun­der­ba­rer Moment, um ein­fach nur inne­zu­hal­ten.

Südseite von Porec wo sich ein Restaurant an das andere reiht.

Vrsar: Ein stiller Halt am Jachthafen

Weiter geht es Richtung Vrsar, wo ich einen Zwischenstopp für das Mittagessen ein­pla­ne. Der Jachthafen ist hübsch ange­legt und strahlt eine ange­neh­me Ruhe aus. Obwohl die Altstadt etwas erhöht liegt und laut Recherche eine tol­le Aussicht bie­ten soll, ent­schei­de ich mich gegen den Aufstieg. Der Blick auf die im Hafen schau­keln­den Boote genügt mir heu­te voll­auf – manch­mal ist weni­ger eben mehr.

Sicht auf Vrsar vom Yachthafen aus

Limski-Kanal: Die Suche nach der Aussicht

Die Weiterreise führt mich rund um den Limski-Kanal. Wer jedoch glaubt, man kön­ne das tief­blaue Wasser ein­fach so von der Hauptstrasse aus bewun­dern, der irrt. Um ans Wasser zu gelan­gen, führt am Ende des Kanals eine Strasse hin­un­ter zur Limsk Marina. Dort fin­den sich zwei Restaurants und eine net­te Aussicht, die sich gut für einen Zwischenhalt eig­net.

Sicht auf den Limsk von der Marina aus.
Den eigent­li­chen Höhepunkt ent­de­cke ich jedoch auf der Strecke Richtung Rovinj. In der Ortschaft Rovinjsko zweigt eine Schotterstrasse zu einem Aussichtspunkt ab. Von hier oben bie­tet sich ein fan­tas­ti­scher Blick aus der Vogelperspektive auf den Limski-Fjord, wie der Kanal hier oft genannt wird. Mit die­sem beein­dru­cken­den Panorama im Kopf set­ze ich die Fahrt fort – das Ziel Rovinj.
Sicht auf den Limsk Kanal vom Aussichtsunkt aus.

Rovinj: Istriens schön inszenierte Küstenstadt

Grand Park Hotel — Gebaut für den Blick auf die Stadt

Meine nächs­te Station ist Rovinj, wo ich im Grand Park Hotel gebucht habe. Ich errei­che das Haus am spä­te­ren Nachmittag und bin von der Architektur sogleich schwer beein­druckt. Das Gebäude ist weit in die Breite gezo­gen und ver­schmilzt förm­lich mit sei­ner Umgebung.

Das wah­re Highlight offen­bart sich jedoch im Inneren: Sowohl von den Zimmern als auch von den Restaurants und Bars bie­tet sich ein traum­haf­ter Blick auf Rovinj. Die Silhouette der Stadt, die majes­tä­tisch aus dem Meer ragt, erin­nert mich ein wenig an den Mont-Saint-Michel. Ein äus­serst foto­ge­ner Anblick, der mei­ne Neugier weckt, wie sich Rovinj «in echt» anfühlt.

Sicht auf Rovinj

Flanieren zwischen Hafen und Altstadt

Nach dem Zimmerbezug mache ich mich zu Fuss auf den Weg ins his­to­ri­sche Zentrum. Es ist ein gemüt­li­cher Spaziergang ent­lang des Hafens, und was ich dort sehe, gefällt mir aus­neh­mend gut. Der his­to­ri­sche Hafen mit sei­nen bun­ten, gepfleg­ten Häusern wirkt sehr attrak­tiv und ein­la­dend.

Auch das Flanieren durch die Gassen des Zentrums berei­tet mir gros­se Freude. Besonders schön: Man kann Rovinj auf einem gut aus­ge­bau­ten Weg kom­plett umrun­den und geniesst so immer wie­der neue, tol­le Ausblicke auf die Bucht.

Obwohl ich nur eine Nacht gebucht habe – was eigent­lich aus­reicht, um einen guten Eindruck von Rovinj zu gewin­nen, fällt es mir am nächs­ten Tag sicht­lich schwer, mich von die­sem ein­ma­li­gen Ausblick zu ver­ab­schie­den.

Rundweg Rovinij mit Sicht auf die Altstadt und das Meer
Sicht über den alten Hafen von Rovinji

Pula: Römische Geschichte und wilde Küsten

Moderne Kontraste im Pinienwald

Da mir die Ruhe wich­tig ist, habe ich ein Hotel aus­ser­halb der Stadt gewählt: das Grand Hotel Brioni. Inmitten eines Pinienwaldes gele­gen, wirkt es mit sei­nen weis­sen, kubi­schen Gebäuden fast wie ein Fremdkörper in der Landschaft. Doch hier zäh­len die inne­ren Werte: Die Hospitality-Designer haben bei der Renovation durch die Radisson-Gruppe gan­ze Arbeit geleis­tet – das Ergebnis ist wirk­lich äus­serst gelun­gen.

Römische Geschichte ohne Touristenströme

Am nächs­ten Tag mache ich mich auf den Weg nach Pula. Ich par­kie­re beim Kulturverein Karlo Rojc. Ein wich­ti­ger Hinweis für die Planung: Jeweils am Sonntag fin­det dort ein Flohmarkt statt, wes­halb der Parkplatz an die­sem Tag nicht genutzt wer­den kann. Von hier aus lässt sich eine loh­nens­wer­te Rundtour durch die Geschichte unter­neh­men. Der Weg führt mich über die Markthalle mit dem angren­zen­den Gemüsemarkt zum Triumphbogen, zum Amphitheater und wei­ter zum Forumplatz, wo sich auch der Augustus-Tempel befin­det. Wer das Kolosseum in Rom besucht hat, mag viel­leicht Vergleiche zie­hen, doch mir hat das Amphitheater in Pula sehr gut gefal­len – vor allem, weil man es im März mit deut­lich weni­ger Besuchern tei­len muss.

Markstand in Pula
Sicht auf das Amphitheater und die Sitzplätze
Sicht vom Formuplatz auf den Augustus Tempel

Staubpisten und glasklares Wasser am Kap Kamenjak

Nach einem klei­nen Imbiss mache ich mich auf den Weg zum Kap Kamenjak. Ich errei­che die Zahlstelle, doch jetzt im März ist die Durchfahrt frei. Direkt hin­ter dem Eingang geht es auf Naturpisten wei­ter: holp­rig, stau­big und stel­len­wei­se recht uneben. Die Mountainbiker, die hier unter­wegs sind, wer­den bei jeder Durchfahrt ordent­lich ein­ge­staubt. Ich möch­te mir lie­ber nicht vor­stel­len, wie es hier in der Hochsaison zu- und her­geht; die Anzahl der Parkplätze lässt erah­nen, dass hier im Sommer ordent­lich die Post abgeht.

Ich fah­re bis an die äus­sers­te Spitze, zur Beach Mala Kolumbarica. Die attrak­ti­ve Felsküste und die Buchten mit glas­kla­rem Wasser sind beein­dru­ckend – im Sommer wür­de ich hier sofort ins Wasser sprin­gen wol­len.

Beach Mala Kolumbarica mit Sicht auf die Felsen und das glasklare Wasser

Entlang der Küste Richtung Opatija

Am Folgetag genies­se ich noch einen letz­ten Kaffee auf der schö­nen Aussenterrasse des Hotels, bevor die Fahrt über Labin und Rabac (einen Ort zum Vergessen) wei­ter nach Mošćenička Draga führt. In der Konoba Pescaria genies­se ich her­vor­ra­gen­de gegrill­te Calamari – ein gelun­ge­ner kuli­na­ri­scher Abschluss die­ses Streckenabschnitts, bevor es schliess­lich wei­ter nach Opatija geht

Moscenicka Draga mit Sicht auf den Hafen und auf die Konoba-Pescaria

Opatija: Eine Grande Dame im Dornröschenschlaf

Kaiserliches Erbe und die Kvarner Bucht

Einst der Kurort der k&k Monarchie Österreich-Ungarn und Treffpunkt der Aristokratie, eilt Opatija sein Ruf vor­aus. Viele präch­ti­ge Gebäude aus der Belle Époque sind bis heu­te erhal­ten geblie­ben. Ich bin gespannt, wie sich die­ser Teil der Geschichte vor Ort anfüh­len wird – und natür­lich auf die Lungomare, jenen legen­dä­ren Spazierweg, der sich über 12 Kilometer an der Küste ent­lang­zieht. Ich che­cke im Hotel Bevanda ein; mein Zimmer bie­tet einen herr­li­chen Blick über die gesam­te Kvarner Bucht.

Der gescheiterte Abstecher zum Vojak

Am nächs­ten Tag zieht es mich in die Höhe, zum Aussichtspunkt Vojak im Učka-Naturpark. Nach unzäh­li­gen Kurven errei­che ich die ent­schei­den­de Abzweigung, wer­de jedoch abrupt durch ein Stoppschild gebremst. Dank KI-Unterstützung ent­zif­fe­re ich die kroa­ti­sche Hinweistafel: Für mein Fahrzeug ist hier kein Durchkommen. Ein kur­zer Check zeigt: Hätte ich in Google Maps direkt den Gipfel als Ziel ein­ge­ge­ben, wäre mir die­se Information schon vor der Abfahrt ange­zeigt wor­den. Da ich weder die Ausrüstung noch die Lust für eine drei­stün­di­ge Wanderung mit­brin­ge, tre­te ich den Rückzug an und fah­re auf Umwegen zurück zum Hotel.

Zwischen kaiserlichem Prunk und Sanierungsstau

Am Nachmittag mache ich mich auf die Socken, um die nähe­re Umgebung des Hotels zu erkun­den. Für mich wirkt Opatija wie eine pracht­vol­le Grande Dame, die man eigent­lich nur noch wach­küs­sen müss­te. Beim Schlendern ent­lang der Lungomare spü­re ich an jeder Ecke die­ses kai­ser­li­che Potenzial, das die­se Riviera locker über das mon­dä­ne Nizza hin­aus­he­ben könn­te. Besonders das Hotel Kvarner beein­druckt: Als ältes­tes Hotel der Adria atmet es pure Geschichte. Beim Blick auf die frisch sanier­te Fassade kann man sich leb­haft vor­stel­len, wie hier einst Kaiser und Könige fla­nier­ten.

Sicht auf das Kvarner Hotel in Opatija
Was ich hier beson­ders schät­ze, ist die ange­neh­me Bodenhaftung. Während ande­re Luxus-Hotspots oft von Selbstdarstellern und über­teu­er­ten Designer-Boutiquen über­lau­fen sind, hat sich Opatija eine wohl­tu­en­de Authentizität bewahrt. In den Cafés ent­lang der Promenade kann man die Meeresbrise noch ganz unauf­ge­regt genies­sen. Mein per­sön­li­ches Highlight unter den vie­len Statuen der Stadt ist das berühm­te Mädchen mit der Möwe (sie­he Titelbild). Sie steht auf einem Felsen direkt über der Brandung und blickt hin­aus aufs Meer – eine Geste, die gleich­zei­tig Sehnsucht und Ruhe aus­strahlt und für mich den Geist von Opatija per­fekt ver­kör­pert.
Opatija Lugomare Restaurant am Meer im Hintergrund die Skulptur Mädchen mit Möve

Ein nostalgischer Glanz, der Mut braucht

Doch genau die­ser ehr­li­che Kern macht den Kontrast zum Sanierungsstau fast noch sicht­ba­rer. Es schmerzt ein wenig zu sehen, wie direkt neben dem kai­ser­li­chen Prunk vie­le Häuser dem Verfall preis­ge­ge­ben sind und der legen­dä­re Lungomare an man­chen Stellen eher wie eine müh­sa­me Flickarbeit wirkt. Es fehlt der muti­ge Schritt, die­sen nost­al­gi­schen Glanz flä­chen­de­ckend in die Moderne zu ret­ten, ohne die Seele der Stadt zu ver­lie­ren. Aber auch wenn die Fassaden stel­len­wei­se blät­tern: Diese Mischung aus gros­ser Historie und maro­dem Charme ist für mich den­noch jeden Besuch wert.

Inselbesuch auf Krk: Zwischen Vorsaison-Ruhe und Wetterumschwung

Über die Brücke auf die Insel

Da die Wetterprognosen für die nächs­ten zwei Tage noch Sonne und Wärme ver­spre­chen, ent­schei­de ich mich, von Opatija aus auf die Insel Krk zu fah­ren. Ich wäh­le die Route ent­lang der Küste, was sich im Bereich von Rijeka auf­grund der eher tris­ten Industrieregionen jedoch als wenig loh­nens­wert erweist. Krk gehört zu den weni­gen Inseln, die über eine direk­te Landverbindung ver­fü­gen; die impo­san­te Krk-Brücke wur­de bereits im Jahr 1980 für den Verkehr frei­ge­ge­ben.

Malinska und die Stadt Krk

Mein ers­ter Halt ist Malinska, wo ich am Fährhafen par­kie­re. In der Vorsaison haben nur weni­ge Restaurants geöff­net. Durch Zufall ent­de­cke ich das Hotel Riva, ein 5‑Sterne-Haus mit einer schö­nen Aussenterrasse. Die Gelegenheit für einen Lunch neh­me ich wahr und wer­de nicht ent­täuscht. Auch der Innenbereich wirkt attrak­tiv – ein Haus, das man sich für einen län­ge­ren Aufenthalt in Malinska mer­ken kann.

Die Reise geht wei­ter in die Stadt Krk. Dort bezie­he ich für zwei Nächte das Boutique Hotel Marina. Das 4‑Sterne-Haus ist für einen Aufenthalt in Krk emp­feh­lens­wert. Trotz des fort­ge­schrit­te­nen Nachmittags neh­me ich mir die Zeit für einen Flaniergang ent­lang der Marina, um den Tag lang­sam aus­klin­gen zu las­sen.

Sicht auf den Hafen von Krk

Der Süden der Insel: Baska

Am nächs­ten Morgen fah­re ich nach Baska. Ich suche mir einen Parkplatz in Strandnähe. Die Dimensionen der Parkflächen las­sen erah­nen, wie viel hier in der Hochsaison los sein muss. Während ich die Hinweisschilder stu­die­re, ruft mir jemand freund­lich zu, dass das Parkieren im März noch gebüh­ren­frei sei.

Unterhalb der Parkplätze erstreckt sich der Vela Plaža, ein lan­ger Strand mit hüb­schen Häusern und einer Promenade. Ich schlen­de­re gemüt­lich bis zur Kricin-Bucht und wie­der zurück. Etwas ober­halb der Promenade liegt das Restaurant Forza, wo ich mit Blick auf den Strand aus­ge­zeich­net esse.

Sicht auf den Strand Vela Plaza in Baska
Sicht über die Promenade von Baska Restaurants und Hafen
Zurück in Krk strei­fe ich durch die Altstadt – ein Labyrinth aus engen Steingassen und alten Stadtmauern – und genies­se die letz­ten Sonnenstrahlen vor dem ange­kün­dig­ten Wetterumschwung.

Abschied unter stürmischen Bedingungen

Der Morgen bringt wie vor­her­ge­sagt Wind und Regen. Ich packe und mache mich auf den Weg Richtung Italien. Die Fahrt über die Brücke gestal­tet sich bei hef­ti­gen, böigen Winden schwie­rig; sie ist nur noch für Autos frei­ge­ge­ben, wäh­rend Lastwagen und Camper gesperrt sind. Im Schneckentempo bewe­gen sich die Fahrzeuge über das Bauwerk, wobei die Böen die Autos immer wie­der zum Wanken brin­gen.

Nach der Ankunft auf dem Festland führt die Route über Slowenien zurück nach Italien. Bevor die Heimreise endet, wer­de ich noch je eine Nacht in Venedig und am Gardasee ver­brin­gen.

Mein Eindruck nach zwei Wochen in Istrien

Rückblickend hat mich Istrien vor allem durch sei­ne Vielfalt über­rascht. Innerhalb kur­zer Distanzen wech­seln sich gepfleg­te Küstenstädte, raue Landschaften, his­to­ri­sche Orte und stil­le Buchten ab. Gerade im März, wenn vie­ler­orts noch Ruhe herrscht und die gros­sen Besucherströme aus­blei­ben, ent­fal­tet die Region für mich einen beson­de­ren Reiz.

Nicht jeder Ort konn­te mich glei­cher­mas­sen über­zeu­gen, doch genau die­se Kontraste mach­ten die Reise span­nend. Besonders Rovinj, Opatija und die Küstenlandschaften rund um Kap Kamenjak blei­ben mir in bes­ter Erinnerung. Wer Istrien ger­ne abseits der Hochsaison erle­ben möch­te und sich nicht dar­an stört, dass man­che Betriebe noch geschlos­sen sind, fin­det im März eine über­ra­schend reiz­vol­le Reisezeit.

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