Meine Route führte mich von Novigrad über Rovinj und Pula bis nach Opatija, mit Abstechern in kleine Dörfer und einem letzten Halt auf Krk. Ein persönlicher Reisebericht über meine Eindrücke, Erlebnisse und Empfehlungen entlang des Weges.
Anreise nach Istrien — ohne Eile südwärts
Manchmal entstehen die schönsten Reisen nicht aus monatelanger Planung, sondern aus einem spontanen Impuls. Genau so begann meine zweiwöchige Rundreise durch Istrien im März – kurzfristig entschieden, ohne festen Plan und mit der Hoffnung, die Halbinsel noch vor dem grossen Saisonansturm in ihrer ruhigeren Form zu erleben.
Ich schätze es sehr, jeweils an einem Sonntag zu starten. Wenn der Schwerverkehr ruht und die Autobahnen leerer sind, beginnt die Fahrt Richtung Süden äusserst angenehm. Mein erster Etappenstopp liegt nahe dem Gardasee: Das Hotel Le Ali del Frassino habe ich mir als ersten Zwischenstopp auf dem Weg nach Kroatien ausgesucht. Ein guter Entscheid. Der nächste Morgen zeigt das Haus von seiner besten Seite. Das Buffet ist grosszügig, und mit einem Kaffee im Freien beginnt der Tag genau so, wie ich es gerne habe.
Danach geht es weiter Richtung Triest und über Slowenien nach Kroatien. Nicht jede Pause unterwegs muss ein Highlight sein, doch die Fahrt verläuft reibungslos und ohne Eile. Als schliesslich Novigrad vor mir auftaucht, beginnt der eigentliche Teil dieser Reise: die Rundfahrt durch das kroatische Istrien.
Novigrad: Zwischen Marina und altem Hafen
Für die ersten drei Nächte in Novigrad habe ich mich im Hotel Nautica einquartiert. Die Lage an der modernen Marina ist praktisch, und den hoteleigenen Parkplatz weiss ich sehr zu schätzen. Mein Zimmer ist grosszügig geschnitten, mit einem Balkon und Blick auf die Boote, den Hafen und das Meer – ein stimmiger Ort, um erst einmal anzukommen.
Ganz still bleibt es dort allerdings nicht. Wenn der Wind auffrischt, beginnt es in der Takelage der Segelboote zu pfeifen; ein Geräusch, das erstaunlich weit trägt. Doch das gehört zu dieser Lage dazu: Man wohnt nicht einfach nur neben dem Wasser, sondern ist mitten in eine maritime Szenerie eingebettet.
Vom Hotel aus sind es nur wenige Gehminuten bis zum alten Hafen und dem historischen Zentrum von Novigrad. Zwischen den Fischerbooten und der Uferpromenade spürt man den eigentlichen Charakter des Ortes. Dass hier noch aktiv gefischt wird, gibt dem Hafen eine angenehm bodenständige Note.
Zudem eignet sich Novigrad hervorragend als Ausgangspunkt, um sowohl die Küstenstadt Umag als auch das malerische Hinterland in aller Ruhe zu erkunden.
Umag: Zwischen neuer Riva und historischem Kern
Für meinen Besuch in Umag steuere ich gezielt den grossen Parkplatz ganz in der Nähe des Jachthafens an. Schon bei der Einfahrt folgt eine angenehme Überraschung: Der Platz ist kostenlos. Ein unkomplizierter Start, um von hier aus die Stadt zu Fuss zu erkunden.
Die neue Riva – Umags modernes Gesicht
Von dort aus führt der Weg direkt an die Uferpromenade, und man merkt sofort: Hier weht ein neuer Wind. Die neu gestaltete Riva, die erst 2025 eröffnet wurde, ist ein echtes Bijou. In einem grosszügigen, eleganten «U» verbindet diese breite Flaniermeile den Jachthafen mit der Altstadt.
Die Gestaltung ist äusserst modern und verleiht Umag eine offene, weite Atmosphäre. Es macht Freude, hier zu flanieren und den Blick über das Wasser schweifen zu lassen – die maritime Stimmung ist überall greifbar. Man spürt, dass diese Investition der Stadt ein völlig neues Gesicht gegeben hat.
Kulinarik im historischen Kern von Umag
Die Altstadt selbst bildet dazu einen markanten Kontrast. Während die Riva glänzt, wirkt der historische Kern deutlich ursprünglicher und weniger herausgeputzt als etwa das benachbarte Novigrad. Es ist ein Nebeneinander von Epochen, das seinen ganz eigenen Reiz hat. Ich bin überzeugt, dass die neue Promenade als Impulsgeber fungieren und das alte Zentrum in seiner Entwicklung positiv mitziehen wird.
Trotz dieser baulichen Gegensätze hat man in Umag kulinarisch die sprichwörtliche Qual der Wahl. Viele Lokale liegen traumhaft direkt am Meer. Meine Wahl fiel auf das Konoba Miso, wo ich ein ausgezeichnetes Mittagessen geniessen konnte. Ein herrlicher Moment der Ruhe, um die Eindrücke Revue passieren zu lassen, bevor die Reise weitergeht.
Erkundung des Hinterlandes: Kontraste im März
Von Novigrad aus habe ich mir eine Tour zusammengestellt, um das istrische Hinterland ein wenig besser kennenzulernen. Meine Route führt mich über Motovun, Momjan und Buje bis nach Groznjan. Jetzt im März zeigt sich die Landschaft allerdings noch verhalten: Die Wiesen leuchten zwar schon grün, doch das fahle Graubraun der noch blattlosen Bäume dominiert das Bild. Nur vereinzelte Sträucher setzen erste farbige Akzente.
Motovun: Aussicht versus Substanz
Motovun beeindruckt bereits aus der Ferne durch seine spektakuläre Lage hoch über dem Mirna-Tal. Der weite Blick über die Hügellandschaft ist wahrlich erstklassig. Wer hier parken will, braucht allerdings etwas Glück, da nur wenige Plätze zur Verfügung stehen. Vom Talboden aus, verkehrt aber eine Busverbindung.
Der Ort selbst lebt von seinem mittelalterlichen Charakter, den kleinen Spezialitätenläden und von den Restaurants. Doch beim Gang durch die Gassen trübt sich der Eindruck etwas: Viele Häuser wirken vernachlässigt, was den Weg durch die historischen Kern wenig einladend macht. Einen versöhnlichen Schlusspunkt setzt dafür das Kastell auf der Spitze, das sich deutlich gepflegter und stimmiger präsentiert.
Momjan und Buje: Geschlossene Türen und verpasste Chancen
In Momjan wurde mir schnell klar, dass der Ort primär von seinen renommierten Weingütern und Restaurants lebt – weniger vom Dorfbild selbst. Bedauerlicherweise war saisonbedingt noch alles geschlossen.
Ähnlich verhielt es sich in Buje. Nach einigen Minuten zunehmend erfolgloser Diskussion mit einem störrischen Parkautomaten verlor ich irgendwann die Lust auf den Besuch der Altstadt und zog weiter.
Groznjan: Das Glück des Zufalls
So führte mich der Weg direkt nach Groznjan. Das Künstlerdorf mit seinen engen Gassen und den gepflegten Steinhäusern versprüht eine ganz eigene, besondere Atmosphäre. Doch auch hier das gleiche Bild: Die zahlreichen Restaurants befanden sich noch im Winterschlaf.
Was erst wie eine weitere Enttäuschung aussah, entpuppte sich jedoch als wahrer Glücksfall. In der Truba Bar brannte Licht. Auf meine Nachfrage hin wurde ich herzlich empfangen und mit einem hervorragenden Plättli aus lokalem Prosciutto, verschiedenen Käsesorten und einem Glas einheimischem Wein überrascht. Im Nachhinein muss ich sagen: Ein Glück, dass die Restaurants geschlossen waren – authentischer hätte dieser Stopp nicht sein können.
Poreč: Zwischen Bora und Sonnenplatz
In Poreč parkiere ich das Auto auf einem grossen öffentlichen Parkplatz direkt vor der Altstadt. Von der nördlichen Seite her betrachtet, wirkt der historische Kern im ersten Moment wenig einladend. Die Architektur erscheint wie ein massives Bollwerk gegen den kalten Wind – und das ist sie wohl auch: Die Bora zeigt sich im Moment von ihrer besonders giftigen Seite.
Beim Durchstreifen der Gassen will der Funke nicht recht überspringen; im Vergleich zu Novigrad wirkt vieles hier weniger gepflegt, manche Häuser befinden sich in keinem guten Zustand. Doch das Blatt wendet sich, als ich die Südseite erreiche. Hier, im Windschatten der alten Mauern, zeigt sich Poreč von seiner sanften Seite. Die Sonne wärmt angenehm, und bei einem Espresso lasse ich den Blick über die Bucht schweifen. Ein wunderbarer Moment, um einfach nur innezuhalten.
Vrsar: Ein stiller Halt am Jachthafen
Weiter geht es Richtung Vrsar, wo ich einen Zwischenstopp für das Mittagessen einplane. Der Jachthafen ist hübsch angelegt und strahlt eine angenehme Ruhe aus. Obwohl die Altstadt etwas erhöht liegt und laut Recherche eine tolle Aussicht bieten soll, entscheide ich mich gegen den Aufstieg. Der Blick auf die im Hafen schaukelnden Boote genügt mir heute vollauf – manchmal ist weniger eben mehr.
Limski-Kanal: Die Suche nach der Aussicht
Die Weiterreise führt mich rund um den Limski-Kanal. Wer jedoch glaubt, man könne das tiefblaue Wasser einfach so von der Hauptstrasse aus bewundern, der irrt. Um ans Wasser zu gelangen, führt am Ende des Kanals eine Strasse hinunter zur Limsk Marina. Dort finden sich zwei Restaurants und eine nette Aussicht, die sich gut für einen Zwischenhalt eignet.
Rovinj: Istriens schön inszenierte Küstenstadt
Grand Park Hotel — Gebaut für den Blick auf die Stadt
Meine nächste Station ist Rovinj, wo ich im Grand Park Hotel gebucht habe. Ich erreiche das Haus am späteren Nachmittag und bin von der Architektur sogleich schwer beeindruckt. Das Gebäude ist weit in die Breite gezogen und verschmilzt förmlich mit seiner Umgebung.
Das wahre Highlight offenbart sich jedoch im Inneren: Sowohl von den Zimmern als auch von den Restaurants und Bars bietet sich ein traumhafter Blick auf Rovinj. Die Silhouette der Stadt, die majestätisch aus dem Meer ragt, erinnert mich ein wenig an den Mont-Saint-Michel. Ein äusserst fotogener Anblick, der meine Neugier weckt, wie sich Rovinj «in echt» anfühlt.
Flanieren zwischen Hafen und Altstadt
Nach dem Zimmerbezug mache ich mich zu Fuss auf den Weg ins historische Zentrum. Es ist ein gemütlicher Spaziergang entlang des Hafens, und was ich dort sehe, gefällt mir ausnehmend gut. Der historische Hafen mit seinen bunten, gepflegten Häusern wirkt sehr attraktiv und einladend.
Auch das Flanieren durch die Gassen des Zentrums bereitet mir grosse Freude. Besonders schön: Man kann Rovinj auf einem gut ausgebauten Weg komplett umrunden und geniesst so immer wieder neue, tolle Ausblicke auf die Bucht.
Obwohl ich nur eine Nacht gebucht habe – was eigentlich ausreicht, um einen guten Eindruck von Rovinj zu gewinnen, fällt es mir am nächsten Tag sichtlich schwer, mich von diesem einmaligen Ausblick zu verabschieden.
Pula: Römische Geschichte und wilde Küsten
Moderne Kontraste im Pinienwald
Da mir die Ruhe wichtig ist, habe ich ein Hotel ausserhalb der Stadt gewählt: das Grand Hotel Brioni. Inmitten eines Pinienwaldes gelegen, wirkt es mit seinen weissen, kubischen Gebäuden fast wie ein Fremdkörper in der Landschaft. Doch hier zählen die inneren Werte: Die Hospitality-Designer haben bei der Renovation durch die Radisson-Gruppe ganze Arbeit geleistet – das Ergebnis ist wirklich äusserst gelungen.
Römische Geschichte ohne Touristenströme
Am nächsten Tag mache ich mich auf den Weg nach Pula. Ich parkiere beim Kulturverein Karlo Rojc. Ein wichtiger Hinweis für die Planung: Jeweils am Sonntag findet dort ein Flohmarkt statt, weshalb der Parkplatz an diesem Tag nicht genutzt werden kann. Von hier aus lässt sich eine lohnenswerte Rundtour durch die Geschichte unternehmen. Der Weg führt mich über die Markthalle mit dem angrenzenden Gemüsemarkt zum Triumphbogen, zum Amphitheater und weiter zum Forumplatz, wo sich auch der Augustus-Tempel befindet. Wer das Kolosseum in Rom besucht hat, mag vielleicht Vergleiche ziehen, doch mir hat das Amphitheater in Pula sehr gut gefallen – vor allem, weil man es im März mit deutlich weniger Besuchern teilen muss.
Staubpisten und glasklares Wasser am Kap Kamenjak
Nach einem kleinen Imbiss mache ich mich auf den Weg zum Kap Kamenjak. Ich erreiche die Zahlstelle, doch jetzt im März ist die Durchfahrt frei. Direkt hinter dem Eingang geht es auf Naturpisten weiter: holprig, staubig und stellenweise recht uneben. Die Mountainbiker, die hier unterwegs sind, werden bei jeder Durchfahrt ordentlich eingestaubt. Ich möchte mir lieber nicht vorstellen, wie es hier in der Hochsaison zu- und hergeht; die Anzahl der Parkplätze lässt erahnen, dass hier im Sommer ordentlich die Post abgeht.
Ich fahre bis an die äusserste Spitze, zur Beach Mala Kolumbarica. Die attraktive Felsküste und die Buchten mit glasklarem Wasser sind beeindruckend – im Sommer würde ich hier sofort ins Wasser springen wollen.
Entlang der Küste Richtung Opatija
Am Folgetag geniesse ich noch einen letzten Kaffee auf der schönen Aussenterrasse des Hotels, bevor die Fahrt über Labin und Rabac (einen Ort zum Vergessen) weiter nach Mošćenička Draga führt. In der Konoba Pescaria geniesse ich hervorragende gegrillte Calamari – ein gelungener kulinarischer Abschluss dieses Streckenabschnitts, bevor es schliesslich weiter nach Opatija geht
Opatija: Eine Grande Dame im Dornröschenschlaf
Kaiserliches Erbe und die Kvarner Bucht
Einst der Kurort der k&k Monarchie Österreich-Ungarn und Treffpunkt der Aristokratie, eilt Opatija sein Ruf voraus. Viele prächtige Gebäude aus der Belle Époque sind bis heute erhalten geblieben. Ich bin gespannt, wie sich dieser Teil der Geschichte vor Ort anfühlen wird – und natürlich auf die Lungomare, jenen legendären Spazierweg, der sich über 12 Kilometer an der Küste entlangzieht. Ich checke im Hotel Bevanda ein; mein Zimmer bietet einen herrlichen Blick über die gesamte Kvarner Bucht.
Der gescheiterte Abstecher zum Vojak
Am nächsten Tag zieht es mich in die Höhe, zum Aussichtspunkt Vojak im Učka-Naturpark. Nach unzähligen Kurven erreiche ich die entscheidende Abzweigung, werde jedoch abrupt durch ein Stoppschild gebremst. Dank KI-Unterstützung entziffere ich die kroatische Hinweistafel: Für mein Fahrzeug ist hier kein Durchkommen. Ein kurzer Check zeigt: Hätte ich in Google Maps direkt den Gipfel als Ziel eingegeben, wäre mir diese Information schon vor der Abfahrt angezeigt worden. Da ich weder die Ausrüstung noch die Lust für eine dreistündige Wanderung mitbringe, trete ich den Rückzug an und fahre auf Umwegen zurück zum Hotel.
Zwischen kaiserlichem Prunk und Sanierungsstau
Am Nachmittag mache ich mich auf die Socken, um die nähere Umgebung des Hotels zu erkunden. Für mich wirkt Opatija wie eine prachtvolle Grande Dame, die man eigentlich nur noch wachküssen müsste. Beim Schlendern entlang der Lungomare spüre ich an jeder Ecke dieses kaiserliche Potenzial, das diese Riviera locker über das mondäne Nizza hinausheben könnte. Besonders das Hotel Kvarner beeindruckt: Als ältestes Hotel der Adria atmet es pure Geschichte. Beim Blick auf die frisch sanierte Fassade kann man sich lebhaft vorstellen, wie hier einst Kaiser und Könige flanierten.
Ein nostalgischer Glanz, der Mut braucht
Doch genau dieser ehrliche Kern macht den Kontrast zum Sanierungsstau fast noch sichtbarer. Es schmerzt ein wenig zu sehen, wie direkt neben dem kaiserlichen Prunk viele Häuser dem Verfall preisgegeben sind und der legendäre Lungomare an manchen Stellen eher wie eine mühsame Flickarbeit wirkt. Es fehlt der mutige Schritt, diesen nostalgischen Glanz flächendeckend in die Moderne zu retten, ohne die Seele der Stadt zu verlieren. Aber auch wenn die Fassaden stellenweise blättern: Diese Mischung aus grosser Historie und marodem Charme ist für mich dennoch jeden Besuch wert.
Inselbesuch auf Krk: Zwischen Vorsaison-Ruhe und Wetterumschwung
Über die Brücke auf die Insel
Da die Wetterprognosen für die nächsten zwei Tage noch Sonne und Wärme versprechen, entscheide ich mich, von Opatija aus auf die Insel Krk zu fahren. Ich wähle die Route entlang der Küste, was sich im Bereich von Rijeka aufgrund der eher tristen Industrieregionen jedoch als wenig lohnenswert erweist. Krk gehört zu den wenigen Inseln, die über eine direkte Landverbindung verfügen; die imposante Krk-Brücke wurde bereits im Jahr 1980 für den Verkehr freigegeben.
Malinska und die Stadt Krk
Mein erster Halt ist Malinska, wo ich am Fährhafen parkiere. In der Vorsaison haben nur wenige Restaurants geöffnet. Durch Zufall entdecke ich das Hotel Riva, ein 5‑Sterne-Haus mit einer schönen Aussenterrasse. Die Gelegenheit für einen Lunch nehme ich wahr und werde nicht enttäuscht. Auch der Innenbereich wirkt attraktiv – ein Haus, das man sich für einen längeren Aufenthalt in Malinska merken kann.
Die Reise geht weiter in die Stadt Krk. Dort beziehe ich für zwei Nächte das Boutique Hotel Marina. Das 4‑Sterne-Haus ist für einen Aufenthalt in Krk empfehlenswert. Trotz des fortgeschrittenen Nachmittags nehme ich mir die Zeit für einen Flaniergang entlang der Marina, um den Tag langsam ausklingen zu lassen.
Der Süden der Insel: Baska
Am nächsten Morgen fahre ich nach Baska. Ich suche mir einen Parkplatz in Strandnähe. Die Dimensionen der Parkflächen lassen erahnen, wie viel hier in der Hochsaison los sein muss. Während ich die Hinweisschilder studiere, ruft mir jemand freundlich zu, dass das Parkieren im März noch gebührenfrei sei.
Unterhalb der Parkplätze erstreckt sich der Vela Plaža, ein langer Strand mit hübschen Häusern und einer Promenade. Ich schlendere gemütlich bis zur Kricin-Bucht und wieder zurück. Etwas oberhalb der Promenade liegt das Restaurant Forza, wo ich mit Blick auf den Strand ausgezeichnet esse.
Abschied unter stürmischen Bedingungen
Der Morgen bringt wie vorhergesagt Wind und Regen. Ich packe und mache mich auf den Weg Richtung Italien. Die Fahrt über die Brücke gestaltet sich bei heftigen, böigen Winden schwierig; sie ist nur noch für Autos freigegeben, während Lastwagen und Camper gesperrt sind. Im Schneckentempo bewegen sich die Fahrzeuge über das Bauwerk, wobei die Böen die Autos immer wieder zum Wanken bringen.
Nach der Ankunft auf dem Festland führt die Route über Slowenien zurück nach Italien. Bevor die Heimreise endet, werde ich noch je eine Nacht in Venedig und am Gardasee verbringen.
Mein Eindruck nach zwei Wochen in Istrien
Rückblickend hat mich Istrien vor allem durch seine Vielfalt überrascht. Innerhalb kurzer Distanzen wechseln sich gepflegte Küstenstädte, raue Landschaften, historische Orte und stille Buchten ab. Gerade im März, wenn vielerorts noch Ruhe herrscht und die grossen Besucherströme ausbleiben, entfaltet die Region für mich einen besonderen Reiz.
Nicht jeder Ort konnte mich gleichermassen überzeugen, doch genau diese Kontraste machten die Reise spannend. Besonders Rovinj, Opatija und die Küstenlandschaften rund um Kap Kamenjak bleiben mir in bester Erinnerung. Wer Istrien gerne abseits der Hochsaison erleben möchte und sich nicht daran stört, dass manche Betriebe noch geschlossen sind, findet im März eine überraschend reizvolle Reisezeit.
























