Pereira Kolumbien Kaffeeregion

Reisebericht Pereira Kolumbien — Tagesausflüge in die Kaffeeregion

von | 22.02.2019 | Kolumbien

Reisebericht Kaffeeregion Pereira Kolumbien zusam­men­ge­fasst: Authentische kolum­bia­ni­sche Bergdörfer, Fahrt mit den öffent­li­chen Transportmitteln, Jeep, Autobus und Chiva, Besuch einer Bio Finca, Fahrt mit der Bruchita ent­lang des Cauca Flusses, Wanderungen durch Kaffee- und Bananenplantagen.

Die Ausflüge in die Kaffeeregion rund um Pereira Kolumbien wur­den von Cafetera Tours (nicht mehr aktiv) durch­ge­führt. Als Alternative bin ich auf die Chapolera Tours gestos­sen, wel­che ähn­li­che Reisen im Angebot haben.

Pereira Kolumbien — Ausgangspunkt für Tagesausflüge

Besonders als Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Kaffeeregion eig­net sich Pereira her­vor­ra­gend. Die Nähe zu den Kaffeeplantagen und die gut aus­ge­bau­ten Verkehrsverbindungen machen die Stadt zum idea­len Startpunkt für Abenteuer in den Kaffeebergen. Pereira mag selbst weni­ger tou­ris­ti­sche Highlights bie­ten, doch die authen­ti­sche Atmosphäre und Gastfreundschaft machen sie zu einer loh­nen­den Zwischenstation auf dem Weg zu den länd­li­chen Schätzen Kolumbiens. 

Empfehlenswertes Hotel Sonesta in Pereira

Das Hotel Sonesta liegt etwas aus­ser­halb von Pereira. Es ist von aus­sen nüch­tern und gesichts­los, aber innen modern und kom­for­ta­bel, mit einem gros­sen Swimmingpool und einem Drehrestaurant auf dem Dach. Zu emp­feh­len sind aus­schliess­lich die Zimmer wel­che dem Pool zuge­wandt sind. Die Zimmer auf der Strassenseite sind ent­spre­chend lärm­be­las­tet.

Tagesausflüge in Kolumbiens Kaffeeregion Pereira

Abseits des Kaffees offen­bart sich die Vielfalt der Landwirtschaft in der Region. Inmitten üppi­ger Plantagen erstreckt sich das kolum­bia­ni­sche Kaffeeanbaugebiet über ver­schie­de­ne Höhenlagen, wo nicht nur Kaffee gedeiht, son­dern auch Bananen, Yuca, Kartoffeln, Mais, Ananas, Kakao und Zuckerrohr. Die Höhenunterschiede von nur weni­gen hun­dert Metern beein­flus­sen erstaun­li­cher­wei­se den Anbau und füh­ren zu einer facet­ten­rei­chen Agrarlandschaft.

Pereira Kolumbine - Landschaft Kaffeeregion

Die bewuss­te Entscheidung, tou­ris­ti­sche Hotspots wie Salento oder das Valle de Cocora zu mei­den, eröff­ne­te mir die Möglichkeit, ein völ­lig unver­fälsch­tes und authen­ti­sches Kolumbien zu erle­ben. Abseits der übli­chen Touristenströme ent­deck­te ich eine Region, die durch ihre Idylle und ihre char­man­ten Transportmittel besticht.

Trotz der schein­ba­ren Romantik der Landschaft und der pit­to­res­ken Fortbewegungsmittel wird schnell klar, dass das Leben der Bauern in Kolumbien von har­ter Arbeit und Entbehrungen geprägt ist. Abseits der aus­ge­tre­te­nen Pfade konn­te ich tie­fer in die Realität ein­tau­chen und die Herausforderungen ken­nen­ler­nen, mit denen die Bauern täg­lich kon­fron­tiert sind.

Estacion Pereira – auf alten Geleisen entlang des Rio Cauca

In Combia war­tet bereits ein Fahrer mit sei­nem Willi Jeep auf uns. Diese Kisten, aus­ge­son­der­te Armeefahrzeuge der USA, sehen nicht nur irre aus, sie sind auch das Rückgrat für Transporte von Anwohnern und Gütern in die schwer zugäng­li­chen länd­li­chen Regionen. Die Jeeps fah­ren zu bestimm­ten Zeiten und kön­nen vom Strassenrand aus ange­hal­ten wer­den.

Auf den unbe­fes­tig­ten Strassen wird es ganz schön holp­rig. Auf der Ladefläche ste­hend hat man aber fan­tas­ti­sche Ausblicke in die Umgebung. Die Estacion Pereira liegt am Rio Cauca. Von den gros­sen Plänen der Eisenbahngesellschaften ist in die­ser Region ledig­lich eine ver­wais­te Strecke von eini­gen Kilometern geblie­ben. Diese wird von den loka­len Einwohnern zum Transport von Gütern und Personen mit der Bruchita (klei­ne Hexe) ver­wen­det.

Die Bruchita ist ein Motorrad, wel­ches an einer höl­zer­nen Plattform befes­tigt ist. Die Plattform weist an der Unterseite Metallräder auf. Der Antrieb erfolgt mit dem Hinterrad des Motorrades. Wir set­zen uns auf die auf­ge­zim­mer­te Sitzbank. Mit flot­tem Tempo und krei­schen­den Rädern geht es ent­lang des Rio Cauca durch eine uri­ge Vegetation.

Estacion Pereira Bruchita
Fahrer Bruchita Pereiria Kolumbien
Geleise entlang des Rio Cauca

Endstation ist ein Erdrutsch, der die Geleise zer­stört hat. Wir lau­fen noch eini­ge hun­dert Meter wei­ter und über­que­ren den Fluss Cauca mit­tels einer klei­nen Gondel. Auf der ande­ren Uferseite steht eine Finca, wel­che auch einen klei­nen Campingplatz führt. Die Besitzer der Finca kochen für uns ein lan­des­ty­pi­sches Essen, wel­ches aus­ge­zeich­net schmeckt. Alsdann machen wir uns wie­der auf den Rückweg, Gondel, Bruchita, Willi Jeep.

In Combia neh­men wir den öffent­li­chen Bus zurück nach Pereira. Auch dies ist eine Erfahrung, wel­che zu einem authen­ti­schen Erlebnis gehört. Der Busfahrer fährt zügig, die Sitze sind aber erstaun­lich kom­for­ta­bel. Wie die Willi Jeeps kön­nen auch die Busse jeder­zeit ange­hal­ten wer­den.

In Pereira ange­kom­men erkun­den wir noch ein wenig die Stadt. Pereira, eine wei­te­re geschäf­ti­ge Grossstadt in Kolumbien und wich­ti­ges Wirtschaftszentrum der Region, hat aber an Sehenswürdigkeiten eigent­lich wenig zu bie­ten. Pereira in Kolumbien eig­net sich aber her­vor­ra­gend als Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Kaffeeregion Kolumbiens.

Besucht der Bio Finca von Don Fernando

Erste Station ist das pit­to­res­ke und wenig besuch­te Bergdorf Marsella. Marsella ist auch ein Knotenpunkt für die Transporte mit den Jeeps in die umlie­gen­den Fincas. Schön auf­ge­reiht und in allen Farben ste­hen die Jeeps am Strassenrand. Auch die Architektur der Häuser ist schön anzu­se­hen, ins­be­son­de­re auch die mit Balkonen geschmück­ten Häuser, wel­che den zen­tra­len Platz umge­ben.

Wir stei­gen auf einen Jeep um und fah­ren zur Bio Finca von Don Fernando. Nach knapp einer Stunde errei­chen wir sei­ne Finca. Die Begrüssung ist unkom­pli­ziert herz­lich.  Die Finca ist ein Sammelsurium an Kräutern, Pflanzen, Früchten sowie von Kakaobäumen. Zuerst wer­den wir mit ver­schie­dens­ten Früchten ver­kös­tigt, wie z.B. die Curuva, Granadeilla, Tomate de Aboll, Lullo, Pitaya, Guave, Maracua und Zapote. Die meiss­ten Früchte waren mir bis­her nicht bekannt, nicht alle schmeck­ten mir, aber die Vielfalt ist phan­tas­tisch.

Finca Don Fernando Marsella

Don Fernandos verwunschener Garten

Don Fernandos ver­wun­sche­ner Garten ist eine Oase der Vielfalt und Schönheit, die uns mit jeder Ecke in ihren Bann zieht. Nachdem er uns durch die üppi­ge Vegetation geführt hat, beginnt Don Fernando enthu­si­as­tisch, sei­ne kost­ba­ren Entdeckungen zu erklä­ren und zu prä­sen­tie­ren. Seine Begeisterung für die Pflanzen, Blumen und Früchte, die sei­nen Garten zie­ren, ist anste­ckend.

Der Höhepunkt der Führung ist zwei­fel­los der Moment, als wir die Kakaobäume errei­chen. Don Fernando teilt sein Wissen über den gesam­ten Prozess der Kakaoherstellung. Gemeinsam neh­men wir uns die Zeit, die bereits getrock­ne­ten Kakaobohnen zu rös­ten. Mit ein­fachs­ten Mitteln wird die fei­ne Hülle von der Bohne getrennt, und die Kakaomasse wird sorg­fäl­tig bear­bei­tet, bis sie sanft durch eine Schnecke fließt. Diese hand­werk­li­che Herangehensweise macht den Kakao zu einem authen­ti­schen Erlebnis.

Die Kakaomasse wird dann auf Bananenblätter auf­ge­tra­gen und kühl gela­gert. Nach die­ser fas­zi­nie­ren­den Lektion in Kakaoherstellung wer­den wir zu einem lan­des­ty­pi­schen Mittagessen ein­ge­la­den. Die Köstlichkeiten, die uns ser­viert wer­den, spie­geln die Authentizität der regio­na­len Küche wider und run­den das Erlebnis har­mo­nisch ab.

Kakaofrucht-Kolumbien
Getrocknete Kakaobohnen Kolumbien

Gestärkt und neu­gie­rig machen wir uns schließ­lich auf den Weg, um die selbst her­ge­stell­te Schokolade zu pro­bie­ren. Der ers­te Biss offen­bart eine eher bit­te­re Note, die jedoch in Kombination mit dem nach Campesino-Art zube­rei­te­ten Kaffee eine geschmack­li­che Harmonie ergibt, die sei­nes­glei­chen sucht. Don Fernandos Garten hat nicht nur unse­re Sinne, son­dern auch unse­ren Gaumen ver­zau­bert.

Mit einem herz­li­chen Abschied von Don Fernando bege­ben wir uns zurück nach Marsella, dies­mal auf der Ladefläche des Jeeps ste­hend. Die Fahrt ermög­licht uns, die atem­be­rau­ben­de Landschaft in vol­len Zügen zu genie­ßen, wäh­rend die Eindrücke des ver­wun­sche­nen Gartens noch frisch in unse­ren Köpfen nach­klin­gen. Diese Erfahrung wird uns nicht nur als ein Abenteuer inmit­ten der Natur, son­dern auch als kuli­na­ri­sche Entdeckungsreise in Erinnerung blei­ben

Besuch der Bergdörfer Santuario  und Apia

Ebenfalls aus­ser­halb der tou­ris­ti­schen Reiserouten lie­gen in den west­li­chen Kordillen die Bergdörfer Santuario und Apia. Sie bestechen durch ihre unver­fälsch­te Authentizität. Die Dorfkerne über­zeu­gen durch reich­ver­zier­te und far­ben­fro­he Architektur. Auch die kolum­bia­ni­sche Bergwelt ver­zau­bert. An steils­ten Hängen wird Kaffee ange­baut und dies alles ohne tech­ni­sche Hilfsmittel. Eindrücklich was die Bauern der Fincas hier an Arbeit leis­ten.

Bergdorf Apia Kolumbien
Bergdorf Santuario Kolumbien

Panoramawanderung durch Kaffee- und Bananenplantagen

Der Panoramaweg in der Nähe von Combia bie­tet herr­li­che und ein­drück­li­che Ausblicke auf die Kaffee- und Bananenplantagen rund um die Berghänge von Combia. Wo nicht bewirt­schaf­tet, beglei­tet uns auf der Wanderung die tro­pi­sche Pflanzenwelt in all ihrer Vielfalt.

Finca Kaffeeregion Perreira Kolumbien

Die Rückfahrt erfolgt mit einer Chiva, einem gelän­de­gän­gi­gen Bus, wel­cher uns nach Pereira bringt. Auch dies ein spe­zi­el­les Erlebnis. Die Fahrweise auf den engen und stei­len Strassen ist für mich schon gewöh­nungs­be­dürf­tig, aber die Einheimischen fah­ren ja täg­lich mit den Chivas. Also, ver­trau­en auf das Fahrkönnen ist ange­zeigt.

Reiseberichte zur Rundreise Kolumbien

  • Bogota, 2 Nächte, Citytour
  • Leticia Amazonas, 4 Nächte, Exkursionen in den Naturschutzgebieten
  • Medellin, 3 Nächte, Citytour und Auslfug nach Guatapé Guia
  • Pereira Kolumbien, 5 Nächte, Ausflüge in der Kaffeeregion
  • Salamina, 3 Nächte, Ausflug Wachspalmental La Samaria
  • Cartagena, 4 Nächte, Restaurant Amadeus

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