Reisebericht kurz zusammengefasst: 4 Nächte in Leticia, Exkursionen in die Naturreservate Marasha und Tanimboca, Canopying in Tanimboca, mehrstündige Bootsfahrt auf dem Amazonas, Besuch von Puerto Narino und den rosaroten Delphinen in den Seen des Tarapotegebietes.

Ankunft in Leticia

Flug von Bogota nach Leticia. Eigentlich dachte ich, dass nur wenige nach Leticia wollen. Der Flieger aber, der ist rappelvoll. Kaum gestartet, wird der Flieger arg durchgeschüttelt, die Turbulenzen halten einige Zeit an. Man merkt die Spannung im Flieger an. Vielleicht wird auch deshalb nur ein Getränk auf dem gut zweistündigen Flug serviert wird. Nach einer Stunde Flugzeit breitet sich unten ein unendliches Grün aus, durchzogen von braun gefärbten Flüssen. Diese mädrieren in grossen Bogen, eindrücklich sieht es aus von dieser Höhe. Wir landen in Letica. Der Flughafen bestehend jetzt noch aus ein paar Baracken, doch der Neubau ist bereits in Arbeit. Man investiert in die Infrastruktur. Es wird sich zeigen ob sich dies lohnen wird, aber die Chancen stehen gut, hat doch die Region einiges zu bieten was in den «entwickelten» Regionen verloren gegangen ist, unberührte Natur. Ob man als Tourist dafür eine Touristensteuer von 35’000 Pesos (Stand 2019) zahlen muss entzieht sich mir.

Transfer ins Hotel Amazonas

Im Flieger hatte ich mir schon überlegt, wie ich vom Flughafen in die Stadt ins Hotel kommen. Wie nett, als ich aus der Flughafenbaracke trete steht mein Name auf einem Schild. Super, irgendwie bin ich erleichtert. Die Dame vom Hotel Amazonas Bed & Breakfast will nicht in irgendein Taxi einsteigen sondern wartet bis ein ihr bekanntes Gesicht vorbeifährt.  Die Fahrt in die Stadt Leticia ist, gelinde gesagt, unter energischem Einsatz der Hupe ziemlich rasant und holprig. Das Amazon Hotel präsentiert sich nett und zweckmässig und ist aktuell eine der Besten Unterkunftsoption.  Es ist nicht nur heiss, sondern auch sehr schwül. Ich schwitzte schon ohne mich gross zu bewegen. Es wird ein Saft und eine Früchteschale offeriert, wie nett. Nach dem Bezug des Zimmers ruhe ich mich aus.

Erkundung von Leticia

Wenig später mach im mich auf die Stadt Leticia zu erkunden. Was für eine andere Welt Leticia ist als Bogota merke ich schon wenige Minuten später. Primäres Fortbewegungsmittel ist das Motorrad, in allen möglichen Variationen, von (ur)alt bis zum modernen Scooter. Das überqueren der Strassen ist nicht so einfach, es herrscht ein dichter Verkehr an Motorrädern und Tuk Tuks. Die Autofahrer sind in klarer Minderheit. Strassen und Fussgängerwege sind mehrheitlich in einem desolaten Zustand. Auch mit dem Abfall scheinen die Bewohner von Leticia ein eher ungezwungenes Verhältnis zu haben. Wirklich schade. Es ist nur zu Hoffen das sich dies in den nächsten Jahren ändern wird.

Leticia Strassenszene Kolumbien

Erster Kontakt mit dem Amazonas

Aber mir gefällt die Lebendigkeit der Stadt, und ich beschliesse spontan zum Amazonas runter zu gehen um die ersten Fotos zu machen. Ich freue mich auf diesen so gigantisch grossen Fluss, der eine so wichtige Lebensader für die Bewohner des Amazonasgebiete ist. Eine matschige Stichtrasse führt mich zum Fluss. Braun und träge fliesst der Fluss, ein spezielles Gefühl. Ich laufe dem Malecon entlang, Bootshäuser mit verschiedenen Zwecken säumen das Ufer. Weit und Breit, scheint es mir, bin ich der einzige Tourist. So halte ich mich dem Fotografieren zurück, ich weiss nicht so recht wie die lokale Bevölkerung reagiert.

Leticia Boot auf Amazonas Kolumbien
Leticia wohnen in der Nähe des Amazonas Kolumbien
Leticia Steg Amazonas Kolumbien

Auf Empfehlung des Hotels gehe ich ins Tierras Amazónicas essen. Es liegt in einer belebten Einkaufsstrasse, zum Glück ist noch ein Tisch frei. Ich versuche mich mit einem Fisch aus dem Amazonas, den Pirarucu. Der Fisch sowie die Beilagen, serviert auf einem Bananenblatt, munden hervorragend. Wie aus heiterem Himmel öffnen sich die Himmelsschleusen, Sturzbäche ergiessen sich auf die Strassen. Ich schau den anderen zu wie die Tuk Tuks angehalten werden, befor ich selber eines anhalte. Die Fahrt ins Hotel ist abenteuerlich, im Schritttempo kämpft sich das Tuk Tuk durch die Wasserseen welche sich auf den Strassen gebildet haben.

Naturschutzgebiet Natural Marasha in Peru

Für die nächsten 3 Tage sind Exkursionen organisiert. Juan, mein Guide, holt mich gegen 08.00 im Hotel ab. Unsere Erste Destination, das Naturschutzgebiet «Natural Marasha» in Peru. Wir laufen Malecon, dort liegen auch die Bootsanlegestellen, fast wie ein Busbahnhof, aber eben Boote. Unser Bootsfahrer wartet bereits und wir fahren los. Leticia liegt an einem Nebenarm des Amazonas. Links und rechts stehen Gebäude auf Stelzen, ob zu wohnen oder Gewerbe, vermutlich beides. Bald darauf fahren wir auf dem breiten braunen Amazonas. Das ist schon ein speziell schönes Gefühl, auf einem der mächtigsten Flüsse zu fahren. 

Anlegestelle Marasha

An der Anlegestelle des Natural Marasha, es liegt auf peruanischem Boden, empfängt uns der einheimische Führer. Noch eine kurze Diskussion ob Gummistiefel in meiner Grösse vorhanden sind, aber leider nein. Wir machen uns auf dem Weg und tauchen in den Regenwald ein, noch nie wurde hier geholzt und hoffentlich wird es auch so bleiben. Die Augen des peruanischen Guides, einfach wahnsinnig. Er sieht auch kleinste nur wenige Zentimeter grosse Frösche auf dem Waldboden, oder gut getarnte kleine Affen. Die Tierwelt offenbart sich nicht so wie in Afrika, im tropischen Regenwald können sich die Tiere perfekt verstecken. Eindrücklich, mindestens für mich. Nach ca. 2 Stunden gemächlichem Fussmarch, immer wieder unterbrochen durch Erläuterungen des Guides, erreichen wir das Resort «Natural Marash» am gleichnamigen See.

Boot Anlegestelle Marasha Naturgebiet Amazonas
Kristallfrosch Marasha Naturschutzgebiet
Marasha See Baumstamm
Naturreservat Marasha Amazonas Peru

Erreichen kann man dieses Naturreservat nur über eine Tourbuchung.  Es gibt verschiedene Gebäudestrukturen, auf dem See Gebäude zum Ausruhen mit Hängematten oder zum Fischen, im Zentrum das Restaurant, gegen hinten die Schlafgebäude. In der Regel übernachtet man hier im Zusammenhang mit Kaiman Beobachtungen in der Nacht. Also mit Baden im See ist nichts, denn die Dinger werden und sind mehrere Meter lang. Nach einem ausgezeichneten Mittagessen und einer kleinen Siesta paddeln wir mit einem Holzkanu zu einem der mächtigen Bäume. Eindrücklich, misst doch der Stamm mehrere Meter. 

Riesenbaum Marasha Naturschutzgebiet

Wir paddeln einmal um den See und geniessen die Stille und die Schönheit der Natur. Der Rückweg erfolgt durch den Mangrovenwald mit einem Boot versehen mit einer Schraube an einer langen Stange. Dies ermöglicht die Fahrt im seichten Wasser. An der Anlagestelle angekommen wartet bereits unser Taxiboot für die Rückreise nach Leticia.

Rueckfahrt Marasha Naturreservat

Naturreservat Tanimboca Leticia

Die Flora des Naturreservats Tanimboca präsentiert sich anders als die des Naturreservats Marasha. Sie ist dichter, es gibt mehr palmenähnliche Plfanzen, welche dicht gedrängt zwischen hohen Bäumen stehen. Beim Eintritt werden wir gewarnt nichts anzufassen: Bäume und sonstige Flora können Stacheln haben, auf Schlangen und grosse Ameisen auf Blätter zu achten und sich nicht von der Gruppe zu entfernen Au.f einer stündigen Wanderung erkunden wir Fauna und Flora und erhalten viele Informationen über das Schutzgebiet Tanimboca.

Amazonas Jungle Tanimboca

Canopy Tanimboca

Eigentliches Highlight ist aber eine Plattform auf 35 Meter Höhe welche wir am Seil erklettern werden. Nach der Einweisung geht es los, nicht ganz einfach die Bewegungsabläufe. Meter um Meter geht es rauf, mit Ruhepausen, geübte Kletterer benötigen nur wenige Minuten. Bei mir dauert es deutlich länger. Oben auf der Plattform angekommen ist genug Zeit um das Dach des Regenwaldes zu betrachten. Die Sicht über die Baumwipfel ist speziell. Als alle Gruppenteilnehmer oben angekommen sind, geht es los zur ersten Seilstrecke, die ist kurz, es braucht aber schon ein wenig Überwindung. Aber die Betreuung ist gut, sofort wird auf der Plattform gesichert. Die zweite Seilstrecke ist um einiges länger, und da bereits ein wenig Erfahrung gewonnen auf der ersten Seilstrecke, lässt sich dieser Teil definitiv besser geniessen. Anschliessend werden wir abgeseilt.

Canopy Tanimboca 35 Meter auf der Plattform
Canopy Tanimboca Leticia Kolumbien

Mit dem Kayak durch den Dschungel

Als nächstens steht eine Kanufahrt auf einem kleinen Bach an. Wir fassen Stechpaddel, welche auch schon eine bessere Zeit hinter sich haben. Der Bach mädriert stark, wir lassen uns mehr oder weniger treiben und geniessen die Perspektive auf den Regenwald.  Nach einem späten Mittagessen geht es zuück nach Leticia.

Rosafarbene Delphine  & Seen des Tarapotegebietes

Die nächste Exkursion führt uns nach Puerto Narino. Die fast zweistündige Fahrt auf dem mächtigen Amazonas gefällt mir sehr gut. Gekonnt weicht der Bootsfahrer in voller Fahrt dem Treibholz aus. Nur selten wird das Gas zurück genommen. Ich dachte, dass nebst den Städten der Amazonas nicht bewohnt ist. Weit gefehlt. Es tauchen immer wieder kleinere Siedlungen auf. Es hat auch einiges an Verkehr auf dem Amazonas Fluss. Verschiedenste Boote sind unterwegs, vom langen Kanu gefüllt mit Waren bis zu Schnellbooten.

Bootsverkehr auf dem Amazonas

Puerto Narino

Puerto Narino, da habe ich gemischte Gefühle. Mir scheint es sehr auf den Tourismus ausgerichtet. Alles ist irgendwie auf hübsch gemacht, der Ort ist verkehrsfrei, es gibt eine Vielzahl von Unterkünften und Restaurants. Es ist augenfällig, mehrheitlich flanieren Touristen entlang der Gassen. Es wirkt ein wenig wie Disneyland, künstlich. Offensichtlicher Anziehungspunkt von Puerto Narino sind die rosafarbenen Delphine und die Seen des Tarapotegebietes.

Puerto Narino Amazonas

Rosarote Delphine

Als nächstens wollen wir sehen ob wir die rosaroten Delphine finden. Zuerst aber steuern wir mit dem Boot durch einen dichten Mangrovenwald. Kaum aus dem Mangrovenwald öffnet der Himmel die Wasserschleussen. Laut prasselt der Regen, wir sehen kaum mehr was. Ausser rosaroten Schatten unter dem Wasser sehen wir nicht viel mehr von den Delphinen. So entscheiden wir uns zurückzufahren, eingehüllt im Regenschutz, nur knapp geschützt durch das Bootsdach, welches eigentlich mehr ein Sonnenschutz ist. Nach einer halben Stunde ist der Regenspuck vorbei und ich geniesse nochmals die Fahrt auf dem Amazonas.

Reiseberichte zur Rundreise Kolumbien

Haben Ihnen unsere Reiseberichte gefallen?

Bestellen Sie unseren Newsletter

Pin It on Pinterest

Share This