Update Juli 2026: Diesmal bin ich gemeinsam mit Lotti nach Pontresina zurückgekehrt. Der Beitrag wurde mit neuen E‑Bike-Touren, Restauranttipps und unseren Eindrücken vom Candy-Dulfer-Konzert ergänzt.
Anreise, Val Roseg und Candy Dulfer
Auslöser für unser verlängertes Wochenende in Pontresina war das Konzert von Candy Dulfer am Stazersee. Da sich der Anlass gut mit einigen E‑Bike-Touren verbinden liess, entschieden wir uns, wieder einmal ins Oberengadin zu fahren. Über den Albulapass erreichen wir Pontresina. Bei meinem letzten Aufenthalt vor zwei Jahren war ich alleine unterwegs und habe damals das Hotel Walther schätzen gelernt. Diesmal geniessen wir gemeinsam die Verbindung aus historischer Architektur, klassischer Eleganz und modernem Komfort.
E‑Bike-Tour zum Val Roseg
Am Nachmittag starten wir zu unserer ersten E‑Bike-Tour in Richtung Roseg-Gletscher. Ich kenne die Strecke bereits von meinem früheren Aufenthalt, doch die eindrückliche Landschaft ist einen weiteren Besuch wert. Die ausführliche Beschreibung der Tour findet ihr weiter unten im Blogbeitrag. Oben angekommen, kehren wir im Restaurant ein und gönnen uns etwas Süsses. Der Streuselkuchen ist allerdings beinahe so trocken wie die Schweiz in den vergangenen Wochen. Schade, denn es bestätigt eine Erfahrung, die wir an stark frequentierten Ausflugszielen immer wieder machen: Wo die Gäste mangels Alternativen ohnehin einkehren, scheinen Qualität und Service nicht immer oberste Priorität zu haben.
Konzert von Candy Dulfer am Stazersee
Am Abend fahren wir mit den Bikes zum Stazersee, wo das Konzert von Candy Dulfer stattfindet. Als wir ankommen, stehen gefühlt mehrere Hundert Fahrräder vor Ort. Das überrascht nicht, denn der See lässt sich nur zu Fuss oder mit dem Bike erreichen. Das als kostenlos beworbene Konzert erweist sich vor Ort allerdings als etwas weniger frei zugänglich als erwartet. Direkt vor der Bühne befinden sich Sitzplätze, für die ein Ticket erforderlich ist. Dies war zwar auf der Webseite erwähnt, dennoch stand in der Kommunikation vor allem das kostenlose Konzert im Vordergrund.Das hinterlässt bei uns einen schalen Nachgeschmack. Wird eine Veranstaltung als kostenloses Konzert beworben, sollte sie unserer Meinung nach auch so gestaltet sein, dass alle Besucherinnen und Besucher zumindest eine vernünftige Sicht auf die Bühne und die Musiker haben. Wir entscheiden uns schliesslich, das Konzert vom Restaurant am Stazersee aus zu verfolgen. Bei guter Musik geniessen wir dort ein feines Nachtessen und lassen den ersten Tag gemütlich ausklingen.
Ein Tag im Fextal
Am nächsten Tag steht die E‑Bike-Tour zur Alp Muot Selva im Fextal auf dem Programm. Um die Strecke etwas abzukürzen, parkieren wir unser Auto in St. Moritz beim Parkplatz der Corviglia-Bahn und starten die Tour von dort aus. Nach wie vor finden wir dass dies eine ausgesprochen schöne Strecke ist, die ich vor zwei Jahren bereits alleine gefahren bin und die wir nun gemeinsam erleben ist. Die ruhige Umgebung, die imposante Bergwelt und der mäandernde Bergbach machen diesen Abschnitt besonders reizvoll. Die Strasse steigt über längere Abschnitte stetig an, lässt sich mit dem E‑Bike aber angenehm bewältigen.Unser Ziel ist das kleine Alpenbeizli auf der Alp Muot Selva. Dort legen wir eine Pause ein und gönnen uns einen kleinen Imbiss. Auf dem Rückweg kehren wir im Restaurant Sonne Fex noch auf einen Kaffee ein, bevor wir zurück nach St. Moritz zu unserem Auto fahren.Die ausführliche Beschreibung der gesamten Tour findet ihr weiter unten im Blogbeitrag.
Abendessen im Deco Thai & Sushi Restaurant
Am Abend essen wir im Deco Thai & Sushi Restaurant in Pontresina. Wer zur Abwechslung keine Lust auf Capuns oder andere Schweizer Gerichte hat, findet hier eine gute Alternative. Serviert werden sowohl thailändische Spezialitäten als auch Sushi – und dies in einer überraschend hohen Qualität. Das Restaurant können wir allen empfehlen, die während ihres Aufenthalts in Pontresina kulinarisch einmal etwas anderes ausprobieren möchten.
E‑Bike-Tour zur Alp Chaschauna
Am folgenden Tag zeigt sich das Wetter deutlich weniger stabil. Gemäss Wetterprognose hält sich über dem Berninapass um die Mittagszeit hartnäckig eine Gewitterwolke. Deshalb entscheiden wir uns gegen die ursprünglich geplante Tour und fahren stattdessen nach Zuoz, von wo aus wir zur Alp Chaschauna biken. Aufgrund einer gesperrten Strecke müssen wir die Route kurzfristig anpassen. Der geplante Rundkurs ist nicht möglich, weshalb der Hinweg gleichzeitig auch zum Rückweg wird. Schade, aber manchmal muss man eine Tour den aktuellen Gegebenheiten anpassen. Nach rund 800 Höhenmetern erreichen wir die Alp Chaschauna und geniessen die eindrückliche Landschaft des Tals. Die Alp ist bewirtschaftet, allerdings nicht im Sinne eines klassischen Alpenbeizlis. Draussen steht ein einfacher Tisch, dazu gibt es eine kleine Auswahl an Getränken und Imbiss auf Nachfrage. Wir gönnen uns einen Alpenrosensirup den wir empfehlen könne. Anschliessend machen wir uns auf den Rückweg. Die lange Downhill-Fahrt ist ein Vergnügen, und wir lassen uns dabei bewusst Zeit. Fast unten angekommen, entdecken wir einen Hinweis auf das Restaurant Varusch. Wir folgen dem Wegweiser und geniessen dort einen verspäteten Lunch, bevor wir nach Pontresina zurückkehren.
Kulinarisches Highlight in der Trattoria
Am Abend essen wir in der Trattoria des Hotels Walther. Dort erleben wir eines der grossen Highlights unseres Aufenthalts. Selten haben wir in einem Restaurant einen derart aufmerksamen, professionellen und gleichzeitig angenehmen Service erfahren. Chapeau!
Auch das Essen überzeugt uns sehr. Dazu wird ein ausgezeichneter Wein im Offenausschank serviert, was bekanntlich nicht immer selbstverständlich ist. Der gesamte Abend ist ein Genuss: kulinarisch, aber ebenso wegen des engagierten Personals und des hervorragenden Services.
E‑Bike-Tour zum Lago Bianco
Der nächste Tag ist bereits unser Abreisetag. Das Wetter präsentiert sich stabil und sonnig, weshalb wir uns doch noch für die Tour zum Lago Bianco auf dem Berninapass entscheiden. Da wir nicht allzu spät zu Hause ankommen möchten, kürzen wir auch diese Tour etwas ab und fahren mit dem Auto bis zum Parkplatz Morteratsch. Von dort aus geht es direkt zur Sache. Ein für uns anspruchsvoller Singletrail führt hinauf in Richtung Hauptstrasse. Anschliessend fahren wir ein Stück auf der Passstrasse weiter, da die parallelen Trails teilweise mit S2 klassifiziert sind. Solche Passagen können und wollen wir nicht fahren.
Vermutlich liegt es nicht nur am sonnigen Wetter, sondern auch daran, dass wir mitten im Juli und damit in der Hochsaison unterwegs sind: Auf der Strecke begegnen uns sehr viele Biker, aber ebenso zahlreiche Wandernde.Da sich beide Gruppen die Wege teilen, entsteht viel Unruhe. Immer wieder müssen wir anhalten oder ausweichen, und gegenüber den Wandernden haben wir dabei nicht immer ein gutes Gefühl. Für uns verliert die Tour dadurch einiges von ihrem Reiz.Am Berninapass angekommen, gönnen wir uns eine kurze Pause und etwas zu trinken. Auf die geplante Runde um den Lago Bianco verzichten wir. Stattdessen fahren wir über die Hauptstrasse zurück nach Morteratsch.Das ist zwar weniger abwechslungsreich, ermöglicht es uns aber, den Blick stärker auf die Landschaft zu richten, anstatt uns permanent auf den Trail konzentrieren zu müssen. Auch das hat seinen Reiz. Die genaue Route und alle weiteren Details zur Tour findet ihr weiter unten im Blogbeitrag.
Zurück beim Parkplatz verladen wir die Bikes und machen uns auf den Heimweg – diesmal über den Julierpass.
Fazit: Pontresina und das Engadin bleiben für uns durchzogen
Unser Fazit zu diesen Tagen in Pontresina fällt etwas durchzogen aus. Irgendwie werden wir mit dem Engadin auch beim Biken nicht richtig warm.
Auf vielen Strecken sind sehr viele Menschen unterwegs. Gleichzeitig werden die Trails rasch anspruchsvoll und überschreiten teilweise das Niveau, das wir fahren können oder fahren möchten.
Für uns fehlt zudem etwas die Weite, die wir in anderen Regionen der Schweiz beim Biken schätzen: weniger Betrieb, grosszügige Landschaften, schöne Aussichten und gemütliche Wege, auf denen man die Umgebung in Ruhe geniessen kann.
Der eigentliche Grund für unser verlängertes Wochenende war jedoch das Konzert von Candy Dulfer. Die Musik haben wir sehr genossen, auch wenn wir ohne kostenpflichtigen Sitzplatz keine direkte Sicht auf die Bühne und auf Candy Dulfer selbst hatten.
Pontresina bot uns dennoch zwei schöne Touren, gutes Essen und mit dem Hotel Walther eine Unterkunft, in der wir erneut einen aussergewöhnlich hohen Servicestandard erleben durften. Als Bike-Destination bleibt das Engadin für uns persönlich jedoch hinter anderen Regionen der Schweiz zurück.
Mein erster Aufenthalt im Jahr 2024
Die Wetterprognosen sehen vielversprechend aus, daher entscheide ich mich für Pontresina. Das Oberengadin ist uns nicht fremd; wir haben hier schon zwei oder dreimal Winterferien verbracht. Allerdings hat uns die gesamte Region nie so richtig angesprochen – sie wirkt oft zu mondän und elitär. Besonders St. Moritz und Celerina sind für ihren “Bling Bling”-Tourismus bekannt und ziehen vor allem wohlhabende und promi-verliebte Besucher an, die Luxus und Extravaganz suchen.
Und ja, Pontresina ist eine Destination, die ich deutlich angenehmer empfunden habe. Das Dorf bewahrt noch viel von seiner traditionellen Architektur, mit charmanten historischen Gebäuden, die eine malerische und ruhige Atmosphäre schaffen. Anders als in St. Moritz oder Gstaad gibt es hier keine Luxus-Boutiquen; stattdessen findet man eine entspannte Atmosphäre ohne den Trubel und die Aufdringlichkeit,
Hotel Walther — ein stilvolles Haus
Zum angenehmen Aufenthalt hat sicher auch das Hotel Walther beigetragen, ein Vier-Sterne-Superior-Haus, das Teil der Relais & Châteaux-Gruppe ist. Das Hotel bietet ausgezeichneten Service, eine stilvolle und komfortable Atmosphäre sowie eine gelungene Mischung aus traditionellem Charme und modernem Komfort. Besonders beeindruckend ist der schöne Mix aus der Belle Époque-Zeit und modernem luxuriösem Design. Es war wunderbar, in der grosszügigen Lobby einen Apéro zu geniessen. Auch die Restaurants des Hotels sind hervorragend und bieten eine abwechslungsreiche Küche. Der gut ausgestattete Bike-Raum in der Parkgarage, den ich sehr geschätzt habe, ist ein praktisches Extra für aktive Gäste.
E‑Bike Tour zum Roseg Gletscher
Vom Hotel aus starte ich um 13.00 Uhr in Richtung Roseg Gletscher. Mit 16 Kilometern und etwa 260 Höhenmetern ist es eine kurze, aber lohnende Tour. Vom Bahnhof aus führt der Weg stetig auf einer gut ausgebauten Naturstrasse in Richtung Roseg. Ich bin etwas überrascht, wie viele Leute in diese Richtung unterwegs sind, sei es in einer Kutsche, zu Fuss oder mit dem Bike. Der Weg führt teilweise entlang des idyllischen Bergbaches Roseg.
Oben angekommen, öffnet sich eine atemberaubende Alpenlandschaft. Der Rosegbach schlängelt sich durch ein breites, steiniges Flussbett, umgeben von saftigen Alpwiesen. Im Hintergrund erhebt sich eine beeindruckende Gebirgskette mit schneebedeckten Gipfeln und Gletschern. Die Landschaft vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Abgeschiedenheit, obwohl viele Besucher anwesend sind. Zum Lunch gönne ich mir ein “Plättli” im Hotel Restaurant Roseg Gletscher und geniesse anschliessend die Rückfahrt in vollen Zügen.
E‑Bike Tour Pontresina — Fextal — Alp Muot Selva
Schon seit vielen Jahren liebäugle ich mit einem Besuch des Fextales, doch bisher hatte es sich einfach noch nicht ergeben. Mit fast 50 Kilometern und 600 Höhenmetern wird es eine längere Tour. Die Strecke führt durch einen schönen Mischwald aus Arven, Lärchen und Kiefern. Auf den gut unterhaltenen Waldwegen teilt man sich den Platz mit Wanderern, weshalb Rücksicht geboten ist – was besonders E‑Bike-Gruppen manchmal schwerfällt. Bald erreiche ich den Stazersee, einen gut besuchten Badesee mit Restaurant. Der Weg führt weiter oberhalb des St. Moritzersees entlang, da am Seeufer Fahrverbot herrscht, und anschliessend entlang des Ufers des Silvaplanersees, was durchaus seinen Reiz hat.
Von Sils aus geht es dann stetig und teilweise steil bergauf. Es sind deutlich weniger Wanderer unterwegs als auf dem Weg zum Roseg Gletscher, doch auch hier herrscht ein reger Kutschen- und Bike-Verkehr. Die Strasse ist bis zum Hotel Restaurant Fex asphaltiert, danach müssen auf einer Naturstrasse noch einige Höhenmeter überwunden werden, bevor man die Alp Muot Selva erreicht. Die Alp ist geprägt durch den mäandernden Bergbach Fedacia.
Und ja, es stehen mehr E‑Bikes als Bio-Bikes vor der Alpenbeiz geparkt, was zeigt, dass der Boom der E‑Bikes auch für abgelegene Alpenbeizli einen positiven Effekt hat. Auch ich gehöre zu der Gruppe, die es ohne Motorunterstützung nicht schaffen würde. Der Ausblick ist wunderbar beruhigend, und nach einem Chäsplättli mache ich mich auf eine genussvolle Downhill-Fahrt nach Sils und zurück nach Pontresina. Die letzten Kilometer zehren schon an den Kräften, und ich bin froh, als ich wieder im Hotel ankomme.
E‑Bike Tour Pontresina zum Lago Bianco (Berninapass)
Mein heutiges Tagesziel ist der Lago Bianco am Berninapass. Die Strecke führt grösstenteils über gut befahrbare Naturstrassen und Singletrails (S0). Das erste Teilstück verläuft durch lichte Wälder auf angenehmen Trails. Vor Morteratsch muss ich ein Stück auf der Hauptstrasse fahren, da die Trails hier mit Schwierigkeitsgrad S1 bis S2 klassifiziert sind. Auf der Hauptstrasse ist es nicht besonders angenehm, und ich bin froh, als ich wieder auf den Trail wechseln kann.
Das zweite Teilstück ist anspruchsvoller, aber landschaftlich deutlich attraktiver, besonders der Abschnitt entlang des Flusses Bernina. Der Trail ist zwar als S1 klassifiziert, lässt sich aber leicht fahren. Auf der Passhöhe angekommen, umrunde ich noch den Stausee Lago Bianco. Der Trail auf der rechten Seite (in Richtung Poschiavo) ist wesentlich reizvoller, allerdings auch anspruchsvoller. Besonders gegen Ende wird der Trail ziemlich schmal. Entschädigt wird man jedoch durch die wunderschön blühende Alpenflora.
Eigentlich hatte ich geplant, im Bernina-Hospiz zu Mittag zu essen. Doch die vielen parkenden Fahrzeuge nahmen mir die Lust, und ich entschloss mich, direkt den Rückweg anzutreten. Das war wirklich ein Vergnügen, mit immer wieder traumhaften Ausblicken. Es war eine schöne Tour!
Genussreiche Tage in Pontresina
Die E‑Bike-Touren in und um Pontresina waren ein echter Genuss. Die vielfältige Landschaft, von idyllischen Tälern bis zu beeindruckenden Berggipfeln, bot sowohl entspannte als auch herausfordernde Strecken. Besonders angenehm war die Kombination aus aktiven Erlebnissen und komfortabler Unterkunft im Hotel Walther. Alles in allem eine gelungener Drei-Tages-Ausflug mit tollen Aussichten und erholsamen Momenten, wie auch in Engelberg, Gstaad und Saas Fee erlebt. Die regionale Küche und die hochwertige Gastronomie, die ich während der Touren geniessen konnte, rundeten das Erlebnis perfekt ab.
















