Dantica Cloud Forest Bromelien

Mitten im Nebelwald — Dantica Cloud Forest Lodge

von | 07.04.2019 | Costa Rica

Reisebericht zusam­men­ge­fasst: Fahrt von San Jose in die Nebelwälder nach San Gerador de Dota. Wir ver­brin­gen 2 Nächte in der Dantica Cloud Forest Lodge, las­sen uns von den Nebelwäldern beein­dru­cken, erkun­den die Trails rund im die Dantica Lodge und ver­wei­len beim Beobachten der Vögel.

Auf der Interamiercana  Richtung Cerro de la Muerte

Die Fahrt auf der Interamerica 2 nach San Gerardo de Dota dau­ert gut 2 Std. und ist pro­blem­los. Obwohl immer wie­der von viel Verkehr gere­det bzw. geschrie­ben wird, ins­be­son­de­re von vie­len lang­sa­men ver­kehrs­be­hin­dern­den Riesenlastern, tref­fen wir das nicht an. Wir kom­men zügig vor­wärts, es geht ste­tig berg­auf, wir stau­nen, dass es auf über 2000 m.ü.M. immer noch Bäume, ja Wald hat. Und was für ein Wald, dich­ter, undurch­dring­li­cher Urwald, eine völ­lig ande­re Vegetation, uns unbe­kann­te Baumarten, Schlingpflanzen, dazwi­schen und das gan­ze ver­dich­tend gros­se Blätter, irgend­wie vom Boden aus wach­send oder viel­leicht auch Schlingpflanzen? So dicht, man kann es kaum erken­nen und alles in sehr sat­tem Grün. Das geht so wei­ter bis wir fast auf 3000 m.ü.M. sind. Der ers­te Eindruck die­ses Landes, das auch die Schweiz von Mittelamerika genannt wird. Ja irgend­wie schon, aber irgend­wie auch gar nicht. Die Vegetation lässt sich nicht ver­glei­chen. Darüber sind wir froh, ent­de­cken wir doch lie­ber neue Welten. Das Ziel, die Dantica Cloud Forest Lodge in San Gerardo de Dota ist bald erreicht.

Dantica Cloud Forest Lodge

Wir befin­den uns mit­ten im Cloud Forest. Wir haben ein wun­der­vol­les Cabin, ganz am Ende des Areals. Der Hotelmitarbeiter meint, es sei das am schöns­ten gele­ge­ne, weil wir einen eige­nen Trail in den Wald haben. Ein mit Platten aus­ge­leg­ter geschwun­ge­ner Fussweg führt durch den dich­ten Cloud Forest zu den Cabins. Rauf und run­ter geht’s, ein Fussmarsch von geschätz­ten 7 Minuten. Wir müs­sen unse­re Koffer nicht schlep­pen. Ziehen gin­ge auf dem Weg nicht. Die armen Kofferträger buckeln unser Gepäck und machen wirk­lich einen Workout, der sich sehen las­sen kann. Müssten wir die Koffer schlep­pen, auf die­ser Höhe mit die­ser dün­nen Luft, wir hät­ten das nicht geschafft. Das Cabin ist ein­fach, aber sehr schön und geräu­mig, mit einer klei­nen Veranda, aus­ge­rüs­tet mit zwei Stühlen.

Dantica Cloud Forest Lodge Cabine 8 Costa Rica
Dantica Cloud Forest Lodge Costa Rica

Hier kann man die Seele bau­meln las­sen, dem Vogelkonzert zuhö­ren und den Cloud Forest bewun­dern. Und ja, es ist so, immer am Nachmittag zie­hen sich Wolken zusam­men und hül­len den Cloud Forest in Nebelschwaden, die kom­men und gehen. Wundervolle Bilder ent­ste­hen. Wir genies­sen den Nachmittag und rich­ten uns etwas ein.

Lodge Restaurant

Wir neh­men das Abendessen im Lodge eige­nen Restaurant ein. Viel ande­re Möglichkeiten gibt es nicht. Aber es ist völ­lig in Ordnung, der Service sehr gut und abso­lut freund­lich. Dafür dass wir so weit weg von jeg­li­cher Zivilisation sind und man kei­ne Spitzengastronomie erwar­ten kann, ist es ein­wand­frei. Beim Rückmarsch zum Cabin mer­ken wir die Höhe, wir kom­men ziem­lich kurz­at­mig beim Cabin an und müs­sen erst mal durch­at­men. Am nächs­ten Morgen, natür­lich nach­dem wir den Marsch zum Restaurant in Angriff genom­men haben, ein fei­nes Frühstück ver­zehrt haben, wie­der zurück zu unse­rem Cabin mar­schiert sind und uns von die­ser Anstrengung und der dazu gehö­ren­den Kurzatmigkeit erholt haben, neh­men wir den Trail run­ter zum Fluss in Angriff.

Nebelwald Trail

Wir bekom­men von der Rezeption ein infor­ma­ti­ves Plänli über die vor­han­de­nen Trails. Es brau­che gutes Schuhwerk, wird uns gesagt. Wir wan­dern einen stei­len, manch­mal sehr stei­len engen Pfad run­ter, quer durch die­sen wun­der­ba­ren Nebelwald. Ja es muss ein Urwald sein, alles wirkt sehr unbe­rührt, urtüm­lich, nicht auf­ge­räumt, schon gar nicht bewirt­schaf­tet, nur der schma­le Pfad wird frei gehal­ten. Umgestürzte Riesenbäume lie­gen quer, da wur­de nur ein rech­ter Winkel her­aus gesägt, sodass man drü­ber stei­gen kann. Man sieht kaum ein paar Meter in den Nebelwald hin­ein, so dicht ist das Blätterwerk. Die Bäume sind hoch, sehr hoch, sie müs­sen sehr alt sein. Man hört zwi­schen­durch ein Rascheln im Unterholz, aber kei­ne Chance etwas zu erken­nen. Wir errei­chen den klei­nen Fluss, oder eher ein Bach.

Dantica Cloud Forest
Nebelwald Dantica Cloud Forest

Danach geht es wie­der auf­wärts, dank dem Plan kön­nen wir uns gut ori­en­tie­ren. Aber ver­ir­ren ist in die­sem Wald sowie­so nicht mög­lich, kein Durchkommen abseits der Pfade. Jetzt geht es aber berg­auf, steil berg­auf, mit die­sen dün­nen Luftverhältnissen, das wird eng. Wir müs­sen mehr­mals Pausen ein­le­gen, uns geht die Luft aus. Aber wir schaf­fen es und sind schluss­end­lich froh, oben anzu­kom­men.

Die Temperaturen übri­gens sind tags­über ange­nehm. Abends wird es eher frisch und nachts kalt. Wir müs­sen nachts unser Cabin hei­zen, es wäre anders nicht aus­zu­hal­ten. Nach unse­rer Wanderung ver­zeh­ren wir ein Mittagessen im Restaurant. Hier begeg­nen uns die ers­ten Costa Rica Vögel, die­se sprich­wört­li­che Vogelpracht in allen Farben. Sie wer­den von den Lodge Betreibern hin­ter dem Restaurant mit Papaya gefüt­tert. Das lockt sie an, für die Touris. Aber trotz­dem schön zum Zuschauen. Wie kann man nur so far­big sein?

Dantica Cloud Forest Vogel

Am Morgen blau — am Abend wolkenverhangen

Interessant ist, dass der Himmel mor­gens immer blau ist, fast wol­ken­los, und gegen Mittag kom­men die ers­ten Wolken. Sie ver­dich­ten sich dann im Laufe des Nachmittags immer mehr, bis sie die Berge völ­lig ein­hül­len und in den Tälern hin und her schwe­ben. So kann es nach­mit­tags auch schon mal zu reg­nen begin­nen. Meist ist dann der Himmel abends schon wie­der ster­nen­klar, sodass mor­gens wie­der die Sonne von einem blau­en Himmel her­un­ter scheint.

Im Tal San Gerardo de Dota

Am Nachmittag fah­ren wie mit unse­rem Mietwagen ins San Gerardo de Dota Tal hin­un­ter. Es gibt da ein paar Vogelbeobachtungsstationen, das wür­de uns inter­es­sie­ren. Die Strasse ist sehr steil und eng. Es schüt­telt uns gehö­rig durch. Eindrücklich ist, dass es unten im Tal vie­le Siedlungen hat, mit­ten im Urwald. Hier leben also wirk­lich Leute. Die Häuser sind für unser Empfinden sehr ein­fach, aber immer­hin ein Dach über dem Kopf, Wände drum her­um, eine Tür und eine Satellitenschüssel auf dem Dach. Im Tal ange­kom­men beginnt es tat­säch­lich zu reg­nen, recht inten­siv. Wir beschlies­sen einen Kaffeestopp ein­zu­schal­ten und fin­den eine Lodge, wo wir unse­ren Plan gut umset­zen kön­nen. Wir neh­men auf einer Art Veranda Platz, draus­sen, aber gut geschützt vom nie­der­pras­seln­den Regen. Danach machen wir uns auf zum Vogelbeobachtungsplatz, müs­sen ein wenig suchen, aber fin­den ihn dann.

Vogelbeobachtung San Geradode Dota Costa Rica
Oranger Vogel Costa Rica

Die Vögel wer­den auch hier ange­lockt mit Banane und Papaya und natür­lich über­all die Kolibri Zuckerwasser Behälter. Wir sind ja Greenhorns, kei­ne Vogelkenner und weit weg von Ornithologie und allem was dazu gehört. Für uns ist es neu, die­se Vogelbeobachtungsstation. Es hat ein Dach über dem Kopf, meh­re­re Stühle, man kann lan­ge hier sit­zen und den Vögeln ein­fach zuschau­en. Wir sind ganz allein hier. Kenner kom­men wahr­schein­lich am Morgen früh, dann sind die Vögel am aktivs­ten. Aber auch wir Greenhorns haben ein wenig Glück und sehen doch eini­ge ver­schie­de­ne und vor­al­lem wie­der unglaub­lich far­bi­ge Vogelarten.

Wir fah­ren zurück und berei­ten uns auf die Weiterreise am nächs­ten Morgen vor. Dieser unglaub­li­che Urwald, auf 3000 m.ü.M. ist schon sehr beein­dru­ckend und wun­der­schön; ein gelun­ge­ner Start in ein uns noch völ­lig unbe­kann­tes Land.

Reiseberichte zur Rundreise Costa Rica

Reiseblog VACANZAS — Inspirierende Reiseziele

Neuste Beiträge

Über Philippe & Lotti (VACANZAS)
Wir konzentrieren uns auf stilvolle und genussreiche Reisen für Paare und Solo-Reisende. Statt eines klassischen Reiseführers bieten wir Dir persönliche Einblicke aus erster Hand – unabhängig finanziert und ohne Verpflichtungen gegenüber Dritten.

Entdecke sorgfältig ausgewählte, stilvolle Unterkünfte (vom Boutique-Hotel bis zum privaten Hideaway), genussvolle Kulinarik und schöne Routen, um Regionen mit Tiefe und Intensität zu erleben.

Die neuesten Artikel aus der Rubrik Costa Rica