Loire Schloesser zwischen Tours und Blois

Loire Schlösser zwischen Tours und Blois

von | 08.12.2018 | Frankreich, Relais & Chateaux Hotel

Reisebericht kurz zusam­men­ge­fasst: Das Château Noizay zwi­schen Tours und Blois im Loire Tal ist unse­re nächs­te Destination. Wir erkun­den die char­man­te Ortschaft Amboise an der Loire, bewun­dern den Gigantismus des Château Chambord, besu­chen das Château Chaumont und das Château Chenonceau — eines der schöns­ten Loire Schlösser ‑und genis­sen vor unse­rer Rückreise im Restaurant Les Arpents in Amboise ein gedie­ge­nes Nachtessen.

Château Noizay — charmant mit Einschränkungen

Am dar­auf fol­gen­den Tag machen wir uns bereits wie­der auf den Weg zu unse­rer letz­ten Destination, das Château Noizay im gleich­na­mi­gen Örtchen. Wieder ein sehr ähn­li­ches altes Gemäuer, durch­aus char­mant, auch unser Zimmer. Aber oweh, das Personal ist total schreck­lich, unauf­merk­sam, lar­ge, fast nach­läs­sig, es man­gelt am Service vor­ne und hin­ten, wie scha­de. Dies ist auch merk­bar im Aussenbereich, die Sitzglegenheiten und der Poolbereich wir­ken unge­pflegt.

Château Noizay Loiretal

Die Chefin, unklar ob auch die Besitzerin, wirkt unnah­bar. Da kann man sich nicht wohl fühl­ten. Naja, wir machen das bes­te draus. Das Zimmer ist soweit ok, das Bad scheint frisch reno­viert zu sein, so geht’s.

Château Noizay Zimmer

Amboise — idyllischer Ort an der Loire

Den ers­ten Abend in die­ser Gegend ver­brin­gen wir in Amboise. Schon die Anfahrt, es ist ca. 10 Minuten von Noizay ent­fernt, ist traum­haft schön. Das Städtchen liegt in der Abendsonne direkt an der Loire, domi­nant ist die Kathedrale zu sehen. Eine alte lan­ge Steinbrücke führt über die Loire ins Städtchen. Ein traum­haf­tes Foto Sujet.

Ambrois am Abend an der Loire

Bistros in Amboise

Im Städtchen kön­nen wir gut par­kie­ren, und spa­zie­ren los. Schön ist es, vie­le Bistrots, Brasserien und Restaurants, alle haben die Tische immer noch draus­sen, nie­mand sitzt drin­nen, das ist so schön authen­tisch. Wenn man aber nicht drin­nen sit­zen will, sind die guten Lokale immer noch gut besucht. Unsere Epicérie hat gera­de kei­nen frei­en Tisch mehr. Die net­te Dame zwin­kert und sagt, in 20 Minuten wird es gehen. So nett, so sym­pa­thisch.

Ambrois Altstadt mit Bistro Loiretal

Wir war­ten und es klappt pünkt­lich, fast auf die Minute. Das gefällt uns, hier auf dem Platz sit­zen, fein essen, schön warm und es wird so lang­sam dun­kel, ein fei­ner Wein. Das ist wirk­lich Genuss pur.

Château Chambord — sehenswerter Gigantismus

Der kom­men­de Tag ist geprägt vom Besuch des rie­si­gen immensen Château Chambord. Es ist ein­fach gigan­tisch. Die Begeisterung beschränkt sich aber auch ein wenig auf das, die­sen Gigantismus. Unglaublich, was da gebaut wur­de. Aber die Geschichte des Schlosses zeigt auf, dass es eigent­lich nie rich­tig bewohnt wur­de. Es ist mehr ein Statussymbol gewe­sen, schon immer, und so wirkt es auch heu­te noch, irgend­wie ein biss­chen sinn­los. Interessant sind die Gemälde der gros­sen fran­zö­si­schen Könige die­ser Zeit, all die­se Louis von XII bis XVI. Wundervoll ist die Wendeltreppe mit­ten im Schloss, die von Leonardo da Vinci kre­iert wur­de. Sie führt rauf auf die Terrassen und von dort führt eine wei­te­re klei­ne­re Wendeltreppe wei­ter nach oben in einen Turm, der höher ist als alles ande­re des Schlosses, für uns nicht zugäng­lich. Diese Treppe durf­te nur vom König benutzt wer­den. Damit kam er Gott näher und wur­de erleuch­tet, wird erzählt.

Château Chambord Loiretal
Château Chambord  höchste Turmspitze Loiretal
Château Chambord  Treppe Loiretal
Château Chambord  Zimmer Loiretal

280 Kamine beheizten das Chambord

Das Schloss ver­fügt über mehr als 280 Kamine. Überall sind die­se Feuerstellen auf­find­bar, rie­si­ge Cheminés, all over the place. Trotzdem konn­te das Schloss im Winter nicht genü­gend beheizt wer­den, wahr­schein­lich einer der Gründe, war­um es nie rich­tig bewohnt wer­den konn­te.

Eigentlich möch­ten wir hier noch ein klei­nes Mittagessen ein­neh­men, aber die­se Idee ver­wer­fen wir ange­sichts einer abso­lut über­for­der­ten und gestress­ten Servierdame. Wir müss­ten wohl stun­den­lang auf alles war­ten. Diese Zeit haben wir nicht mehr, ups uns rennt die Zeit davon.

Blois — bezaubernde Kulisse

Gut, wir beschlies­sen nach Blois zu fah­ren. Diese Stadt erin­nert von wei­tem sehr an Amboise, eine schö­ne Kulisse mit Loire und alter Steinbrücke. Wir essen eine Kleingkeit in einer Brasserie und nach einem kur­zen Besuch der Kathedrale fah­ren wir wei­ter zum Château Chaumont.

Blois an der Loire

Château Chaumont

Langsam gehen die Worte aus, um all die­se vie­len Schlösser zu beschrei­ben. Der Garten ist hier sehr schön, uralte rie­si­ge Bäume, Zedern vor­al­lem. Das Schloss ist auch wie­der spe­zi­ell und ani­miert zusam­men mit dem Garten, schö­ne Fotos machen zu wol­len.

Château Chaumont Loiretal

Heute Abend haben wir in unse­rem Hotel ein Abendessen geplant. Obwohl der Hotel Serivce zu wün­schen übrig lässt, das Abendessen gelingt gut. Die Räumlichkeiten sind sehr schön und abso­lut gedie­gen, das Essen ist auf einem hohen Niveau zube­rei­tet mit inter­es­san­ten und viel­fäl­ti­gen Variationen, geschmack­lich und visu­ell. Man merkt aber auch, dass man bezüg­lich der Qualität von Fisch nicht mehr an der Küste ist.

Restaurant im Chateau Noizay

Markt in Amboise — alles was man zum Kochen benötigt

Unseren letz­ten Ferientag gehen wir gemüt­lich an. Wir möch­te den wöchent­li­chen Markt von Amboise besu­chen und das Schloss Chenonceau. Der Markt in Amboise ist ein rei­ner Lebensmittelmarkt. Aber genau die­se Marktstände sehen ein­fach immer so toll aus. Es hat alles, Fisch, Fleisch, Gemüse, Blumen, Gartensetzlinge, ein­fach alles. Gemütliches Schlendern. 

Markt in Ambrois Loiretal

Wir beschlies­sen noch ein Restaurant für den Abend zu reser­vie­ren, unser letz­tes Abendessen die­ser Ferien muss beson­ders sein. Wir gehen kurz vor­bei, es ist das Restaurant les Arpents, alles erle­digt. Wir schlen­dern noch etwas in Amboise her­um, her­zi­ge Einkaufsgassen, ver­kehrs­frei, wirk­lich ein adret­tes Städtchen. Dann geht’s wei­ter zum Château Chenonceau, nur ein paar Kilometer Entfernung sind zu über­win­den. Das ist wirk­lich noch­mals ein spe­zi­el­les Schloss.

Château Chenonceau — eines der schönsten Schlösser

Wir möch­ten, bevor wir wie­der Kilometer im Schloss und den Gärten abwan­dern, etwas klei­nes essen. Die selbst­be­die­ungs Restaurants sind nicht gera­de ver­füh­re­risch.

Also gehen wir etwas wei­ter in den Schlosspark hin­ein und fin­den eine doch etwas edle­re Variante, ein Gourmetrestaurant. Wir wol­len aber nicht so gross essen und sie­he da, es hat eine Tearoom Karte. Wir kön­nen sogar draus­sen sit­zen, in die­sem wun­der­ba­ren Schlosspark. Manchmal erge­ben sich doch wirk­lich ein­fach tol­le Situationen, ein­fach so. Wir essen aus­ge­zeich­net, einen Lachsteller und einen Käseteller mit feins­tem Baguette dazu: genau das Richtige.

Château Chenonceau Schlosspark

Chenonceau — geschichtsträchtig bis in die nahe Gegenwart

Gestärkt machen wir uns auf Château Erkundungstour. Dieses Schloss ist wirk­lich spe­zi­ell und hat Geschichte. Es ist wie eine Brücke quer über den Fluss Cher gebaut. Hier wur­de gewohnt, in den Ställen war wäh­rend Kriegszeiten ein Spital unter­ge­bracht, sowie auch in der lan­ge Halle im 1. Stockwerk des Schlosses. Im zwei­ten Weltkrieg wur­de das Schloss für etli­che Flüchtlinge die Rettung, im Sinne eines Grenzübergangs in Zeiten, wäh­rend denen der Fluss die Grenze zog zwi­schen Frankreich und der deut­schen Front. Im Kellergeschoss befin­det sich die Küche. Riesige Feuerkochstellen, Kochgeschirr, Schlachtbänke für das Wild und wahr­schein­lich aller­lei ande­res, SIE will das gar nicht so genau wis­sen, denn auch alle Beile sind noch da. Das Ganze wirkt doch eini­ger­mas­sen authen­tisch, sodass man sich gut in die­se Zeiten hin­ein­den­ken kann.

Château Chenonceau über dem Fluss Cher
Château Chenonceau lange Halle über der Cher
Château Chenonceau Schlosszimmer
Château Chenonceau Gartenanlage Dianes de Poitiers

Die Gärten von Chenonceau

Die bei­den Gärten, der­je­ni­ge von Katharina von Medici ist der jün­ge­re und klei­ne­re, der grös­se­re von Dianes de Poitiers, sind bezau­bernd schön. Alles in allem eines der inter­es­san­tes­ten und schöns­ten Schlösser, die wir besucht haben. Gelichzeitig bil­det die­ser Schlossbesuch auch der Abschluss unse­rer Loire Tal Reise, ein gedie­ge­ner Abschluss.

Restaurant Les Arpents in Amboise

Ebenso gedie­gen erhof­fen wir zu dinie­ren die­sen Abend, unser letz­tes Abendessen die­ser Frankreich Reise. Und ja, wir wer­den nicht ent­täuscht. Das Restaurant Les Arpents in Amboise ist gran­di­os. Da gibt es nichts wei­ter dazu zu sagen, aus­ser sel­ber hin­ge­hen und zu essen.

Rundreise Westfrankreich

Auf unse­rer Relais Chateaux Rundreise durch Westfrankreich (Normandie, Bretagne und Loire Tal) haben wir die fol­gen­den Häuser besucht:

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